Nachhaltigkeit
Swisstainable-Hub | Good-Practice-Beispiele im Juni 2026
Im Juni 2026 rückte der Swisstainable-Hub erneut konkrete Beispiele aus Swisstainable-Betrieben und Destinationen in den Fokus. Die Beiträge zeigen, wie Nachhaltigkeit im Tourismus praktisch umgesetzt wird: von Umweltmassnahmen im Radisson Blu Hotel, St. Gallen und im Waldstätterhof Luzern über die gesellschaftlich ausgerichtete Strategie 2030 des Genfer Museums für Völkerkunde (MEG) bis hin zu nachhaltiger Destinationsentwicklung in Zürich, Freiburg und der Surselva. Ergänzend stellt ein Beitrag ein Förderprogramm des Kantons Freiburg vor, das touristische Leistungsträger bei der Umsetzung nachhaltigkeitsbezogener Massnahmen unterstützt.
Impulse für einen nachhaltigen Tourismus im Kanton Freiburg
Der Freiburger Tourismusverband unterstützt Tourismuspartner im Kanton bei der Entwicklung und Umsetzung nachhaltigkeitsbezogener Massnahmen. Im Rahmen eines Förderprogramms werden 35 % der Kosten für anerkannte Nachhaltigkeitszertifizierungen oder Schulungen bis zu einem Höchstbetrag von 5’000 Franken übernommen. Ergänzend wurde ein Leistungskatalog mit rund zwanzig von Swisstainable anerkannten Nachweisen sowie Angeboten für Coaching und Schulungen erstellt. Ziel ist es, Leistungsträger finanziell und fachlich zu begleiten und die Teilnahme am Nachhaltigkeitsprogramm Swisstainable im Kanton Freiburg weiter zu fördern.
Swisstainable Destination Portrait: Surselva
Die Surselva hat bei Swisstainable Destination das Level gewechselt und ist neu auf Level III – leading eingestuft. Grundlage dafür sind die TourCert-Zertifizierung, ein Verbesserungsprogramm sowie verschiedene Massnahmen in den Bereichen Strategie, Mobilität, Gästesensibilisierung und Partnerentwicklung. Surselva Tourismus arbeitet unter anderem mit der ZHAW zusammen, hat einen Nachhaltigkeitsrat eingeführt und entwickelt Austauschformate für Betriebe weiter. Zudem sollen Mobilitätsangebote über die mia Surselva App sichtbarer gemacht, Swisstainable-Betriebe stärker in die Kommunikation eingebunden und regionale Kreisläufe sowie Ressourcenmanagement weiterentwickelt werden.
Green Key als Rahmen für betriebliche Umweltmassnahmen im Radisson Blu Hotel, St. Gallen
Das Radisson Blu Hotel, St. Gallen nutzt die Green Key-Zertifizierung als Rahmen, um Umweltmassnahmen im Hotelbetrieb strukturiert umzusetzen. Im Fokus stehen die Überwachung von Energie- und Wasserverbrauch, Abfalltrennung und Recycling, der möglichst weitgehende Verzicht auf Einwegkunststoffe sowie die Sensibilisierung von Mitarbeitenden und Gästen. Ein konkretes Beispiel ist der hoteleigene Kräutergarten, der gemeinsam mit Lernenden bepflanzt wurde und Nachhaltigkeitsthemen im Betriebsalltag erlebbar macht. Künftig sollen Verbrauchs- und Abfalldaten noch systematischer genutzt und Massnahmen regelmässig überprüft werden.
Waldstätterhof Luzern setzt auf lokale Produkte, Ressourcenschonung und Nachwuchsförderung
Der Waldstätterhof Luzern zeigt, wie Nachhaltigkeitsthemen in Küche, Ressourcenmanagement und Nachwuchsförderung im Hotelalltag verankert werden können. Im Restaurant Gleis 1 arbeitet das Hotel mit lokalen Partnern zusammen, setzt auf frische und hausgemachte Produkte und nutzt überschüssige Lebensmittel für die Mitarbeitendenverpflegung. Im Ressourcenmanagement verfolgt der Betrieb mit der Energie-Agentur der Wirtschaft Ziele zur Reduktion von Energieverbrauch und Emissionen. In den Gästezimmern wird weitgehend auf Einwegprodukte verzichtet. Ergänzend engagiert sich das Hotel im LIFT Jugendprojekt und ermöglicht Jugendlichen erste Einblicke in die Berufswelt.
Soziale Verantwortung mit einer klaren Struktur und konkreten Zielen
Das Genfer Museum für Völkerkunde (MEG) hat seine Strategie 2030 auf gesellschaftliche Verantwortung ausgerichtet. Neben Umweltfragen stehen soziale Themen, gute Arbeitsbedingungen, verantwortungsbewusste Beschaffung, nachhaltige Mobilität, Kultur und Zusammenarbeit mit Anspruchsgruppen im Zentrum. Drei Lenkungsausschüsse begleiten die Umsetzung der Strategie. Zudem hat das Museum 16 Indikatoren definiert, mit denen Entwicklungen und Fortschritte regelmässig überprüft werden. Eine zentrale Plattform bündelt die relevanten Daten und unterstützt das MEG dabei, seine Massnahmen nachvollziehbar zu steuern und transparent darüber zu berichten.
Nachhaltige Destinationsentwicklung: Strategie und Praxis
Im Sustainable Tourism Talk «Nachhaltige Destinationsentwicklung: Strategie und Praxis» gaben Zürich Tourismus und der Freiburger Tourismusverband Einblicke in ihre Arbeit auf Destinationsebene. Im Zentrum standen die Zusammenarbeit mit touristischen Leistungsträgern, die Entwicklung gemeinsamer Ziele und die Frage, wie Massnahmen in Destinationen wirksam umgesetzt werden können. Zu den wichtigsten Erkenntnissen gehörten die Bedeutung eines gemeinsamen Nachhaltigkeitsverständnisses, die Rolle von Destination Management Organisationen als unterstützende Partner sowie die Herausforderungen bei Wirkungsmessung und Kennzahlen.
Mehr Informationen zum Swisstainable-Hub
Im Swisstainable-Hub werden wöchentlich neue Good-Practice-Beispiele aus der Swisstainable-Community geteilt. Sie finden Informationen zu umgesetzten Massnahmen, Nachweisen, Förderinstrumenten und weiteren Projekten im Bereich des nachhaltigen Tourismus. So können Betriebe voneinander lernen, sich inspirieren lassen und gemeinsam den Schweizer Tourismus nachhaltiger gestalten.
Good-Practice-Beispiel einreichen
Als Swisstainable-Betrieb dürfen Sie gerne Ihr eigenes Good-Practice-Beispiel über unser Onlineformular einreichen.
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Lisa Arnet
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