Tourismuspolitik
STV sagt Nein zur Ernährungsinitiative
Der Vorstand des Schweizer Tourismus-Verbands (STV) hat die Nein-Parole zur Ernährungsinitiative beschlossen. Die Initiative verlangt einen tiefgreifenden Umbau der Schweizer Lebensmittelproduktion und gefährdet damit die kulinarische Vielfalt. Gleichzeitig würde sie die Kosten für touristische Leistungsträger erhöhen und damit die Wettbewerbsfähigkeit des Tourismus schwächen. Die Vorlage gelangt am 27. September 2026 zur Volksabstimmung.

Der Tourismussektor setzt sich konsequent für eine nachhaltige Entwicklung ein. Mit dem Nachhaltigkeitsprogramm Swisstainable engagiert sich der Sektor bereits heute umfassend für einen ressourcenschonenden Tourismus. Viele Betriebe arbeiten mit regionalen Produkten, integrieren vermehrt pflanzliche Angebote in ihre Gastronomiekonzepte und setzen Massnahmen zur Reduktion von Lebensmittelverschwendung um. Die Ernährungsinitiative ist hingegen der falsche Weg, um Nachhaltigkeitsziele zu erreichen. Sie würde zu einer Verknappung inländischer Produkte führen und damit den Bedarf an Importen erhöhen. Dies würde regionale Wertschöpfungsketten schwächen und steht im Widerspruch zu einer nachhaltigen Tourismusentwicklung.
Initiative schwächt kulinarische Vielfalt
Kulinarische Erlebnisse und regionale Spezialitäten sind für viele Gäste zunehmend ein wichtiges Reisemotiv. Destinationen investieren gezielt in kulinarische Angebote, um sich im Wettbewerb zu positionieren. Die Ernährungsinitiative würde die Verfügbarkeit zahlreicher Käse- und Fleischspezialitäten sowie traditioneller Schweizer Gerichte einschränken und die gastronomische Vielfalt bedrohen. Damit würde ein zentraler Standortvorteil des Schweizer Tourismus geschwächt. Wird das kulinarische Angebot eingeschränkt, verliert die Schweiz an Attraktivität als Genussdestination.
Höhere Kosten und weniger Nachfrage
Zusätzlich wären steigende Lebensmittel- und Beschaffungskosten zu erwarten. Viele Betriebe könnten diese Mehrkosten nur bedingt auf Gäste überwälzen, wodurch zusätzlicher Margendruck entstehen würde. Höhere Preise bei gleichzeitig eingeschränkter Angebotsvielfalt verschlechtern das Preis-Leistungs-Verhältnis. Dies würde sich negativ auf die Nachfrage entlang der gesamten touristischen Wertschöpfungskette auswirken. Besonders betroffen wären preissensible Gästesegmente wie Familien sowie Gäste aus dem Binnen- und Nahmarkt. Insgesamt würde durch die Initiative die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Tourismusstandorts Schweiz geschwächt.
Kontakt
Philipp Niederberger
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