Schweizer Tourismus-Verband

Jahresbericht 2022

Das Jahr 2022 war für den Schweizer Tourismus-Verband voller wegweisender Projekte und bedeutender Meilensteine. In unserem Jahresbericht möchten wir Ihnen einen umfassenden Überblick über unsere Entwicklungen und Erfolge im vergangenen Jahr geben. Lesen Sie weiter, um mehr über unsere Verbandsarbeit zu erfahren.

Intro

2022 auf einen Blick

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    Jahre STV

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    Mitglieder

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    Mitglieder der PGT

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    Projektpartnerinnen und Partner im Destination Lab

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    angemeldete Swisstainable-Betriebe

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    klassierte Accommodations

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    Family Destinationen

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    Wellness Destinationen

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    LinkedIn Followerinnen und Follower

Editorial

Geschätzte Leserinnen und Leser

Das vergangene Jahr hat gezeigt, wie wichtig der Anspruch des STV ist, sich als Drehscheibe und Netzwerkorganisation zu verstehen und zu positionieren. Nur so können wir die Herausforderungen im Tourismus branchenübergreifend anpacken und pragmatische Lösungen für unsere Mitglieder finden. Dabei denken wir an die Aufbauarbeiten im Bereich Nachhaltigkeit oder die tourismuspolitische Arbeit im Hinblick auf die Energiemangellage, wo es uns gelungen ist, die hohe Relevanz des Tourismus als wichtigen Wirtschaftsfaktor aufzuzeigen.

Diese Herausforderungen motivieren uns tagtäglich, die Interessen unserer Mitglieder mit grossem Engagement wahrzunehmen und zu vertreten. Als Dachverband gehört es auch zu unserer Rolle, vermittelnd und moderierend zu wirken, um damit die politische Durchschlagskraft für den Schweizer Tourismus gesamthaft zu erhöhen. Deshalb bemühen wir uns, die integrative Arbeit weiter zu verstärken sowie die Kraft unseres wertvollen Netzwerks zu nutzen und so langfristig zu einem Markenzeichen des STV zu machen.

Als Dachverband ist es unsere Aufgabe, gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen im Vorstand Lösungen für den Sektor zu erarbeiten. Dies ist aus meiner Sicht die grosse Stärke des STV. Um diesen Weg gemeinsam weitergehen zu können, sind wir auf die Unterstützung unserer starken Partnerinnen und Partner sowie der Politik angewiesen. Ihnen und unseren Mitgliedern danken wir für das Vertrauen, das Sie unserer Arbeit im vergangenen Jahr entgegengebracht haben.

Philipp Niederberger, Direktor

Mit besten Grüssen
Philipp Niederberger
Direktor STV

Verband

Kaum war Corona aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden, sah sich der Tourismussektor 2022 mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Im Jubiläumsjahr – der STV wurde 90 Jahre alt – war es vor allem die drohende Energiekrise, welche die gesamte Wirtschaft verunsicherte. Hinzu kamen im Tourismus der Mangel an Fachkräften, die steigenden Zinsen und natürlich die Folgen des Klimawandels. Diese Herausforderungen prägten die Arbeit des Verbandes im Bestreben, die Durchschlagskraft für den Schweizer Tourismus zu erhöhen. Als wichtiger Erfolg darf sicher verbucht werden, dass es dem STV angesichts der drohenden Energieknappheit gelungen ist, die hohe Relevanz des Tourismus als wichtigen Wirtschaftssektor aufzuzeigen.

Im Verbandsjahr 2022 stiess mit dem Schweizer Alpen-Club (SAC) ein neues Kernmitglied zum STV. Der SAC möchte sich vermehrt auch in touristischen Fragen einbringen. Anlässlich der Generalversammlung wurde im August 2022 mit Daniel Marbacher, Geschäftsführer des SAC, ein neues Vorstandsmitglied gewählt. Im Jahr 2022 konnte der STV zudem im Rahmen der parlamentarischen Gruppe Tourismus (PGT) drei spannende Sessionsanlässe durchführen, unter anderem zum ThemaRaumplanungsgesetz, der Tourismusstrategie des Bundes und dem Tourismussystem Schweiz. Per Ende 2022 zählte die PGT erfreuliche 56 Parlamentarierinnen und Parlamentarier.

Darüber hinaus bildeten der Ausbau des Kompetenzzentrums Nachhaltigkeit (KONA) sowie die ersten Schritte des Destination Labs zentrale Schwerpunkte auf der Geschäftsstelle des STV. Gerade im Bereich Nachhaltigkeit im Tourismus möchten der STV Drehscheibe und Anlaufstelle für Mitglieder und Partner:innen sein. Auf dem Weg zu einem nachhaltigeren Tourismus will der STV mit konkreten Projekten wie Swisstainable oder OK:GO den touristischen Betrieben pragmatische Instrumente an die Hand geben. Im Destination Lab wurde im Herbst erfolgreich das erste Treffen zum Erfahrungsaustausch (ERFA-Meeting) mit über 70 Teilnehmenden in Thun durchgeführt und bereits die ersten Ideen für Pilotprojekte ausgearbeitet.

Um den hohen strategischen Stellenwert und die Neupositionierung der Bereiche Nachhaltigkeit und Politik zu unterstreichen, wurde die Geschäftsstelle auch personell neu aufgestellt: Romy Bacher ist neu Leiterin des Bereichs Nachhaltigkeit, während Samuel Huber die Leitung Politik übernommen hat.

Tourismuspolitik

Nach der Aufhebung der meisten Coronamassnahmen im Februar 2022 konnte sich der Tourismussektor schnell erholen. Die Logiernächte stiegen wieder beinahe auf das Vorkrisenniveau an und auch die weiteren touristischen Branchen wiesen gute bis sehr gute Zahlen aus. Richtig Ruhe wollte dennoch nicht einkehren. Aufziehende Krisen wie die drohende Energiemangellage oder die Folgen des Krieges in der Ukraine trübten die Aussichten und forderten auch die politische Abteilung beim STV. Dem Verband gelang es, die Zusammenarbeit mit den touristischen Partner:innen in der politischen Interessensvertretung zu konsolidieren. Dadurch konnte der Tourismussektor gegenüber Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit geeint auftreten. Dies widerspiegelt sich auch in zahlreichen Erfolgen, die der Tourismus auf politischer Ebene verzeichnen durfte. Hervorzuheben ist hier speziell die gezielte Kommunikation und die Teilnahme an zahlreichen Vernehmlassungen, damit die touristischen Leistungserbringer:innen bei einer Energiemangellage den Betrieb möglichst lange aufrechterhalten können und fair behandelt werden.

  • Durchführung von zwei Frühstücken und einem Mittagessen mit der Parlamentarischen Gruppe Tourismus (PGT)

  • Verbandsübergreifende Kampagne für ein Ja zu Schengen-Frontex

  • Teilnahme an der Vernehmlassung von insgesamt 13 Vorlagen

  • Teilnahme am Runden Tisch «Energiemangellage» unter der Leitung des Bundesrates

  • Versand von jeweils vier Vor- und Rückschauen bei Sessionen

  • Unterstützung der vom Bund lancierten Energiesparkampagne

  • Gründungsmitglied der Energiespar-Alliance

  • Verwaltungsmitglied Schweizer Reisekasse (Reka)

  • Stiftungsrat SchweizMobil

  • Vorstandsmitglied Schneesportinitiative Schweiz

  • Mitarbeit und Jury beim Innovationsgenerator

  • Erarbeitung einer Strategie zur Äufnung eines Fonds zwecks Finanzierung von politischen Kampagnen des Tourismussektors

Nachhaltigkeit

Das Kompetenzzentrum Nachhaltigkeit (KONA) nahm im Januar 2022 seine operative Geschäftstätigkeit auf und verfolgt seitdem gemeinsam mit dem gesamten Tourismussektor die Vision eines nachhaltigen Tourismuslandes Schweiz. Zahlreiche Meilensteine prägten das erste Jahr des KONA: Innerhalb der Handlungsfelder «Vernetzung», «Befähigung» sowie «Messen & Reporting» wurden insgesamt vier Projekte integriert und aktiv umgesetzt.

Neben der Weiterführung des Vernetzungsprojekts «Schweizer SDG Tourismus-Dialog» wurde im März 2022 die Geschäftsstelle des Nachhaltigkeitsprogramms Swisstainable von Schweiz Tourismus an den STV übergeben. Durch eine erfolgreiche Akquisestrategie erreichte die Geschäftsstelle das Ziel von 1500 teilnehmenden Betrieben bis Ende Jahr. Parallel lag der Fokus auf der Ausarbeitung des Nachhaltigkeitsprogramms auf Destinationsebene. Im Rahmen des Kooperationsprojekts «UNWTO Best Tourism Villages», das gemeinsam mit dem SECO und Schweiz Tourismus umgesetzt wurde, erhielten zudem Andermatt und Murten die internationale UNWTO-Auszeichnung als beste Tourismusdörfer der Schweiz. Ein weiterer Höhepunkt war die Übernahme der Geschäftsstelle der Initiative OK:GO im September 2022, die sich für die Erfassung und Veröffentlichung von Zugänglichkeitsinformationen im Sinne eines inklusiven Tourismus starkmacht. Durch die Integration des Projekts können zukünftig nicht nur wertvolle Synergien innerhalb des KONA aufgebaut werden, sondern es findet auch eine starke Sensibilisierung für Themen der sozialen Nachhaltigkeit statt.

Mandat – Destination Lab

Das «Destination Lab» (D-Lab), eine Wissens- und Netzwerkplattform für alle Themen rund um Produktentwicklung sowie Gästeinformation im Schweizer Tourismus, vernetzt die Schweizer Tourismusorganisationen, die Hochschulen und Partner:innen wie Schweiz Tourismus und Netzwerk Schweizer Pärke mit dem Fokus auf den Chancen der Digitalisierung.

Das Projekt startete erfolgreich im Herbst 2022. Über Destinationsgrenzen hinweg fördert das zukunftsorientierte Projekt den systematischen Wissenstransfer. Ende 2022 waren insgesamt 50 Projektpartner:innen mit an Bord. Das erste durchgeführte, zweitägige Erfahrungsaustauschmeeting (ERFA) in Thun bot ihnen die Möglichkeit, sich für neu initiierte Pilotprojekte anzumelden, durch externe Inputs Chancenpotenziale in der Produktentwicklung und Gästeinformation auszumachen sowie neue Ideen zu entwickeln.

Labels

Accommodation Classification

Per 31. Dezember 2022 waren rund 10 000 Ferienwohnungen, Gästezimmer und Bed-and-Breakfast-Betriebe mit der offiziellen Schweizer Klassifikation ausgezeichnet. Eine detailliertere Übersicht ist unter dem folgenden Link abrufbar. Ausserdem waren per Ende Jahr 90 Klassifikationsstellen und 160 Kontrollpersonen beim STV registriert.

Nachfolgend aufgeführt ist die Anzahl der Objekte pro Spezialisierungskategorie*:

Spezialisierung

2022

2021

Familienfreundlich

2812

3225

Bikefreundlich

1502

1634

Haustiere willkommen

421

427

Rustici / Berghütten / Maiensässe

196

201

Barrierefrei / bedingt barrierefrei

77

82

*Die Spezialisierungen können unabhängig von der Sternenkategorie erreicht werden.

Family Destination

Das Label «Family Destination» zeichnet Ferienorte aus, die sich nebst der Angebotsgestaltung jeglicher Dienstleister:innen im Ort, auch mit der Marketingstrategie der DMO und den neuen Produkten auf die Gästegruppe Familien ausrichten.

Die schweizweit 24 zertifizierten Destinationen müssen sich alle drei Jahre anhand einer Selbstdeklaration für die Rezertifizierung bewerben. Nebst der Durchführung eines destinationsinternen «Family Workshops» verlangt der STV jeweils Ende jeden Jahres (31.12.) einen Nachweis für eben diesen Workshop mit den Partnerbetrieben und den Aktionsplan mit erledigten Massnahmen des aktuellen Jahres, sowie einen Aktionsplan mit zwölf neu definierten Massnahmen für das Folgejahr, um die Qualität in den ausgezeichneten Destinationen zu sichern. Die Destinationen und ihre zahlreichen Family-Partnerbetriebe aus den Bereichen Hotellerie, Parahotellerie, Gastronomie, Outdoor- und immer mehr Indoor-Aktivitäten, Skischulen sowie Bergbahnen profilieren sich seit 1.1.2022 mit dem drei Jahre gültigen «Family Destination» Label.

Wellness Destination

Das Label «Wellness Destination» zeichnet Ferienorte aus, welche sowohl ihre Marketingstrategie als auch die Angebotsgestaltung der lokalen Dienstleister:innen konsequent auf Gäste ausrichtet, die gesund bleiben oder gesund werden möchten.

Die schweizweit zehn zertifizierten Destinationen müssen sich alle drei Jahre anhand einer Selbstdeklaration für die Rezertifizierung bewerben. Die Destinationen erarbeiten zusammen mit ihren Partnerbetrieben jährlich neue Angebote in den Wellnessbereichen Erholung, Bewegung, Ernährung und Behandlung. Pro Jahr führen sie mindestens einen Wellness-Event in ihrer Destination durch. Gästen sowie Einheimischen bieten sie ganzjährig zahlreiche Angebote, die Körper und Geist in Einklang bringen – sei es etwa durch Bewegung auf dem E-Bike, durch Erholung beim Floating im Solebad oder beim Waldbaden, Ernährung mit Schonkost oder eine Ganzkörpermassage mit einheimischen Kräuterölen zu Naturgeräuschen. Die enge Zusammenarbeit mit den Label-Partnerbetrieben in der Destination ist dabei unerlässlich. Im November 2022 fanden sich alle Wellnessverantwortlichen der ausgezeichneten Destinationen in Baden ein, wo der STV einen Netzwerkanlass mit Inputreferaten, Best-Practice-Beispielen und einem spannenden Rahmenprogramm mit der Gastgeberdestination organisierte.

Finanzen

Dank eines umsichtigen Ressourcenmanagements konnte ein positiver Jahresabschluss erreicht werden. Der Ertragsüberschuss per 31.12.2022 in der Höhe von CHF 15 476 wird dem Vereinskapital gutgeschrieben.

Bilanz (in CHF)

31.12.2022

31.12.2021

Umlaufvermögen

2 336 087

1 959 400

Anlagevermögen

102 434

100 866

Total Aktiven

2 438 521

2 060 266

Fremdkapital

1 836 067

1 473 287

Eigenkapital

602 454

586 978

Total Passiven

2 438 521

2 060 266

 

Erfolgsrechnung (in CHF)

Budget 2022

Rechnung 2022

Rechnung 2021

Verbandsergebnis

- 174 033

15 476

7823

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Neuer Rekord bei den Logiernächtezahlen in der Wintersaison 2023/24

Die Schweizer Hotellerie übertraf in der touristischen Wintersaison (November 2023 bis April 2024) den Rekord von 2022/23 und erreichte mit 18,0 Millionen Logiernächten einen neuen historischen Höchstwert. Gegenüber der entsprechenden Vorjahresperiode wurde eine Zunahme von 2,9% bzw. 504 000 Logiernächten verzeichnet. Die ausländische Nachfrage stieg um 6,0% auf 8,7 Millionen Logiernächte (+491 000 Logiernächte). Auch die inländische Nachfrage entwickelte sich positiv (+0,1% / +13 000) und überschritt mit 9,3 Millionen Logiernächten den bisherigen Rekordwert der letzten Wintersaison knapp. Dies geht aus den provisorischen Ergebnissen des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervor.

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Fokus Bundeshaus | Vorschau

In der Sommersession werden mehrere für den Tourismussektor relevante Geschäfte behandelt. Wir konzentrieren uns in der Sessionsvorschau auf die wichtigsten Vorlagen. Dazu gehören zwei Geschäfte, welche die Women’s EURO 2025 (WEURO25) betreffen. Im Nachtrag I zum Budget 2024 sowie in einer Motion der WBK-S werden zusätzliche Gelder für die Landeskommunikation im Rahmen des Grossanlasses gefordert. Die WEURO25 ist eine gute Gelegenheit die Schweiz als gastfreundliches Land in Europa zu positionieren, welche es zu nutzen gilt.

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