Wanderweg zwischen Brissago und Centovalli im Tessin

Tourismuspolitik

Politische Rahmenbedingungen

Der Tourismus wird in der föderalistischen Schweiz sowohl vom Bund als auch von den Kantonen unterstützt. Die beiden Ebenen arbeiten Hand in Hand: Die Kantone sind vor Ort aktiv und schaffen optimale Voraussetzungen. Der Bund sorgt für wirksame Rahmenbedingungen. Seitens des Tourismus darf der STV auf die Unterstützung von diversen Tourismus- und Wirtschaftsverbänden zählen.

Die Rolle des Bundes

Die Schweiz kennt kein Tourismusgesetz auf Bundesebene. Die Tourismuspolitik ist vielmehr eine Querschnittaufgabe. Unterschiedlichste Politikbereiche wie etwa die Raumplanung, Regionalpolitik, Verkehrspolitik, Europapolitik, Finanzpolitik usw. haben einen direkten oder indirekten Einfluss auf den Tourismussektor.

Die Bundesverfassung ermächtigt in Artikel 103 den Bund, Massnahmen zur Förderung von einzelnen Wirtschaftszweigen oder Berufen zu ergreifen. Verschiedene Bundesgesetze und Verordnungen enthalten Bestimmungen, die den Tourismus betreffen. Entsprechend sind mehrere Departemente und Bundesämter im Bereich Tourismus aktiv.

Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO)

Charakteristisch für das schweizerische politische System ist eine Verzahnung zwischen nationalen und kantonalen/kommunalen Gesetzen. Auf nationaler Ebene verantwortet das SECO die direkten tourismuspolitischen Massnahmen. Dies erfolgt vor allem über die Förderinstrumente.

Tourismusstrategie

Das SECO hat im November 2021 über die Umsetzung der Tourismusstrategie des Bundes Bericht erstattet. Gleichzeitig legte der Bundesrat damit eine aktualisierte und erneuerte Tourismusstrategie vor, welche folgende fünf Ziele verfolgt:

  • Rahmenbedingungen verbessern

  • Unternehmertum fördern

  • zur nachhaltigen Entwicklung beitragen

  • Chancen der Digitalisierung nutzen

  • Attraktivität des Angebots und den Marktauftritt stärken

Zur Tourismusstrategie des Bundes


Recovery-Programm

Am 1. September 2021 hat der Bundesrat ein Recovery Programm für den Schweizer Tourismus beschlossen, um die negativen Auswirkungen der Covid-19-Krise abzufedern. Schwerpunkte bilden die Wiederbelebung der Nachfrage und der Erhalt der Innovationsfähigkeit.

Mehr zum Recovery-Programm

Eidgenössisches Finanzdepartement (EFD)

Der Tourismus profitiert wie einige andere Wirtschaftszweige von einem reduzierten Mehrwertsteuer-Satz. Er ist von zentraler Bedeutung, um eine Entlastung auf der Kostenseite der Beherbergungsbetriebe zu bewirken und stärkt, gerade in Zeiten des starken Frankens, die Wettbewerbsfähigkeit der Branche gegenüber den Nachbarländern.

Mehr zum Sondersatz für Beherbergungsleistungen

Die Rolle der Kantone

Die meisten Kantone verfügen über ein Tourismusgesetz (siehe Tabelle unten). Einzelne, touristisch besonders aktive Kantone, haben für den Tourismus spezielle Amtsstellen oder Abteilungen bezeichnet. Dazu gehören Bern, Wallis, Graubünden, Tessin und St. Gallen.

Wer macht was?

Innerhalb der Kantone sind in tourismuspolitischen Fragen die Exekutiven touristisch aktiver Gemeinden und spezielle Kommissionen aktiv. Kantonale, regionale und subregionale Tourismusverbände sowie Destinationen arbeiten mit den Kantonen und Gemeinden zusammen.

Wie wird es finanziert?

Die Kantone erheben für die Finanzierung der Tourismusförderung verschiedene Abgaben:

  • Kurtaxen

  • Beherbergungsabgaben

  • Tourismusförderungsabgabe (TFA)

Kanton

Gesetz

Informationen

Aargau 

Standortförderungsgesetz vom 1. Januar 2021

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Appenzell Innerrhoden 

Tourismusförderungsgesetz vom 28. April 2019

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Appenzell Ausserrhoden 

Tourismusgesetz vom 13. Juni 2016

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Basel-Landschaft  

Tourismusgesetz vom 19. Juni 2003

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Basel-Stadt 

Standortförderungsgesetz vom 29. Juni 2006

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Bern

Tourismusentwicklungsgesetz vom 1. Mai 2018

mehr 

Freiburg 

Gesetz über den Tourismus vom 8. Oktober 2021

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Genf 

Tourismusgesetz vom 24. Juni 1993

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Glarus  

Tourismusentwicklungsgesetz vom 6. Mai 2007

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Graubünden

Wirtschaftsentwicklungsgesetz vom 27. August 2015

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Jura  

Tourismusgesetz vom 31. Mai 1990

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Luzern  

Tourismusgesetz vom 30. Januar 1996

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Neuenburg  

Gesetz zur Unterstützung der Tourismusentwicklung (LTour) vom 18. Februar 2014

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Nidwalden  

Tourismusförderungsgesetz vom 16. Dezember 2015

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Obwalden

Tourismusgesetz vom 3. Mai 2012

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St. Gallen  

Tourismusgesetz vom 26. November 1995

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Schaffhausen 

Tourismusförderungsgesetz vom 15. Mai 2017

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Solothurn 

Wirtschafts- und Arbeitsgesetz vom 8. März 2015

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Schwyz 

Gesetz über die Wirtschaftsförderung vom 27. November 1986

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Thurgau  

Gesetz über Massnahmen gegen die AL und zur Standortförderung vom 28. November 1988

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Tessin

Tourismusgesetz vom 25. Juni 2014

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Uri  

Gesetz über die Förderung des Tourismus vom 23. September 2012

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Waadt 

Gesetz zur Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung vom 12. Juni 2007

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Wallis 

Gesetz über den Tourismus vom 9. Februar 1996

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Zug 

Tourismusgesetz vom 27. März 2003

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Zürich  

kein Tourismusgesetz

13 Tourismusregionen

Touristische Angebote umfassen oft mehrere Kantone. Aus diesem Grund gliedert sich das Tourismusland Schweiz in 13 touristische Hauptregionen, die einen engen Kontakt pflegen. Die Belange der Tourismusregionen werden in der Konferenz der regionalen Tourismusdirektoren der Schweiz (RDK) behandelt. Jede Region ist darin mit ihrer Tourismus-Direktorin bzw. ihrem Tourismus-Direktor vertreten.

Die Arbeitsthemen der RDK sind Tourismuspolitik, Marketing, Qualität und zukunftsgerichtete Angebotsgestaltung. Ihre Mitglieder treffen sich viermal jährlich zu Erfahrungsaustausch und zur Koordination regionaler Aktivitäten.

Mehr zu Konferenz der regionalen Tourismusdirektoren der Schweiz (RDK)

Samuel Huber, Leiter Politik

Ihre Ansprechperson

Samuel Huber

Statistik

Touristische Beherbergung in der Sommersaison 2022

Die Schweizer Hotellerie verzeichnete in der Sommersaison 2022 (Mai bis Oktober) insgesamt 22,4 Millionen Logiernächte. Dies entspricht gegenüber der gleichen Vorjahresperiode einer Zunahme von 21,9% (+4,0 Millionen Logiernächte). Die ausländische Nachfrage stieg um 84,6% auf 10,4 Millionen Logiernächte (+4,8 Millionen). Die inländischen Gäste verzeichneten ein Minus von 6,0% und erreichten ein Total von 11,9 Millionen Logiernächten (−762 000). Dies geht aus den provisorischen Ergebnissen des Bundesamtes für Statistik (BFS) hervor.

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Tourismuspolitik

Fokus Bundeshaus | Vorschau Wintersession 2022

Die letzte Session des Jahres bietet für den Tourismus einige interessante Geschäfte. Die im Rahmen des Recoveryprogramms für den Tourismussektor geplante Anpassung bei Innotour kommt in den Erstrat. Der Bund möchte die Förderung von innovativen Projekten im Tourismus befristet ausweiten. Der STV unterstützt die Vorlage, welche dem Investitionsschau in unserem Sektor Gegensteuer geben soll.

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Statistik

Parahotellerie im 3. Quartal 2022

Im dritten Quartal 2022 verzeichnete die Parahotellerie in der Schweiz 7,3 Millionen Logiernächte. Die inländische Nachfrage erreichte mit 4,9 Millionen Logiernächten 66,8% der Gesamtnachfrage.

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OK:GO Initiative
Nachhaltigkeit

Teil der OK:GO Initiative werden

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Gruppenfoto Teilnehmende Wellness Label Day 2022 in Baden
Labels

Gelungene Premiere des Wellness Label Days

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