Nachhaltigkeit

Modul 4 – Tourismusnutzen steigern: Wie erhöhe ich den Mehrwert für alle Ansprechgruppen?

Die Toolbox zur Tourismusakzeptanz bietet touristischen Akteuren praxisnahe Unterstützung im Umgang mit Herausforderungen an der Schnittstelle zwischen Bevölkerung, Gästen und Tourismus. Sie sensibilisiert unterschiedliche Anspruchsgruppen für den Tourismus, stärkt die Tourismusakzeptanz langfristig und zeigt auf, wie ein konstruktiver Dialog geführt werden kann. In mehreren Modulen stellt die Toolbox Methoden, Kommunikationshilfen, Good-Practice-Beispiele und Umsetzungstools zur Verfügung. Die Inhalte sind anwendungsorientiert, flexibel einsetzbar und eignen sich sowohl zur Prävention als auch für den Umgang mit bestehenden Spannungen oder Konflikten.

Dieses Modul stellt den Tourismusnutzen in den Fokus.

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Tourismus entfaltet seine volle Kraft erst dann, wenn er für alle Beteiligten einen spürbaren und nachhaltigen Mehrwert schafft – nicht nur für Gäste, sondern auch für jene, die hier leben, investieren oder regelmässig zurückkehren. Wenn die Bevölkerung und Zweitheimische erleben, dass der Tourismus nicht nur «nimmt», sondern auch «gibt», entsteht ein gemeinsames Verständnis: Wir alle sind Teil desselben Erlebnisses und derselben Wertschöpfung.

Doch wie gelingt es, diesen Nutzen konkret zu steigern? Oft braucht es nur den Perspektivenwechsel – weg von der reinen Gästeorientierung hin zu einem Miteinander, bei dem die eigene Gemeinschaft ebenso im Mittelpunkt steht. Das bedeutet: Angebote so zu gestalten, dass sie auch für Einheimische attraktiv und bekannt sind, lokale Betriebe stärken und emotionale Bindung an die eigene Region fördern.

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Eine erfolgreiche und nachhaltige touristische Entwicklung kann nur im Einklang mit der Lebensqualität der Bevölkerung sowie im Einklang mit den regionalen Werten funktionieren. Für unsere Tourismusstrategie 2025+ haben wir deshalb einen breit abgestützten Strategieprozess durchlaufen, bei dem zahlreiche Akteur:innen aus der Region beteiligt waren, um eine gemeinsame Vision zu entwickeln.
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Patrick Bauer, Leiter Destinationsentwicklung & Nachhaltigkeit | Gstaad Saanenland Tourismus

Good-Practice-Beispiele

Dieses Modul zeigt inspirierende Wege, wie das gelingen kann:

  • Im Tessin lädt «Vivi il tuo Ticino» Einheimische und Zweitheimische dazu ein, die eigene Region neu zu entdecken – mit exklusiven Vorteilen und dem Gefühl, Teil von etwas Wertvollem zu sein.

  • Savurando führt auf genussvollen Schatzsuchen abseits der Hotspots durch Natur und Dörfer – und verbindet spielerisches Erleben mit regionaler Wertschöpfung.

  • Mit der nationalen Aktion «Please Disturb» sowie mit lokalen, zeitlich begrenzten Aktionen wie in der Jungfrauenregion öffnen mehrere Hotels in der Schweiz ihre Türen, schaffen Begegnungsräume und lassen die Bevölkerung am vielfältigen Angebot teilhaben.

Das Ziel ist klar: Wenn touristische Strukturen, Erlebnisse und Angebote nicht nur für Gäste, sondern auch für die eigene Gemeinschaft wirken, entsteht mehr Identifikation, mehr Akzeptanz – und eine nachhaltige Basis für alle. Dieses Modul liefert anhand von greifbaren Beispielen Ideen und Inspirationen, wie man diesen Mehrwert sichtbar macht und nachhaltig verankern kann.

Tessin: Die eigene Region für Einheimische zugänglich machen

Mit der Aktion «Vivi il tuo Ticino» hat Ticino Turismo eine Initiative lanciert, die den Tourismus im Tessin nicht nur für auswärtige Gäste, sondern auch für die eigene Bevölkerung und Zweitheimische zugänglich und attraktiv macht.

Das Kernstück: Einheimische und Zweitwohnungsbesitzende erhalten dank einer speziellen Gästekarte deutliche Vergünstigungen auf Übernachtungen, öffentliche Verkehrsmittel und Freizeitangebote. Das Ziel: Den Tourismus als gemeinsamen Wert erlebbar machen und lokale Betriebe stärken, indem auch die eigene Bevölkerung als Kundschaft entdeckt und verwöhnt wird. Das Resultat: Mehr Auslastung in schwächeren Zeiten, die Stärkung der lokalen Wirtschaft, die stärkere Bindung der Bevölkerung an «ihren» Tourismus und ein Gefühl von Wertschätzung, das über den reinen Rabatt hinausgeht.

Ein konkretes Beispiel für solche Erlebnisangebote ist die Weinlese in der Region Mendrisiotto und Basso Ceresio. Hier können Einheimische oder Gäste aktiv teilnehmen, die Weinlese miterleben, Trauben sammeln und den Prozess hautnah kennenlernen. Dadurch wird der Tourismus greifbar, Einheimische entwickeln Stolz und Verständnis für lokale Traditionen, und gleichzeitig wird die Bindung an die Region gestärkt.

«Vivi il tuo Ticino» zeigt, wie touristische Angebote gezielt für die lokale Bevölkerung geöffnet und attraktiver gemacht werden können.

Indem Einwohner:innen Zugang zu Preisvorteilen und exklusiven Angeboten in ihrer eigenen Region erhalten, entsteht ein direkter Mehrwert:

  • Erlebnis vor der Haustür: Menschen entdecken Sehenswürdigkeiten, Freizeitangebote oder spezielle Angebote wie die Weinlese, die sie sonst vielleicht gar nicht genutzt hätten.

  • Emotionale Bindung: Wer seine Heimat als Gast erlebt, entwickelt mehr Stolz, Identifikation und Verständnis für den Tourismus und kann dies auch weitergeben.

  • Nachhaltiger wirtschaftlicher Nutzen: Lokale Anbieter profitieren mehrfach – von Gästen von auswärts, von einer neu gewonnenen lokalen Kundschaft und von einer erhöhten Auslastung in Nebensaisons.

  • Stärkung der Akzeptanz: Wenn touristische Strukturen nicht nur den Gästen dienen, sondern auch den Einheimischen, wächst die Bereitschaft, diese Strukturen zu unterstützen.

Solche Programme fördern nicht nur Auslastung in ruhigeren Zeiten, sondern schaffen auch ein gemeinsames Erlebnisfeld für Bevölkerung und Gäste und damit eine echte Brücke zwischen Tourismus und Alltagsleben.

Viele Destinationen stehen vor der Herausforderung, den Tourismus nicht nur für auswärtige Gäste attraktiv zu gestalten, sondern auch die eigene Bevölkerung einzubeziehen und zu stärken. Das Tessiner Modell zeigt eindrücklich, wie sich der Nutzen des Tourismus für Einheimische und Zweitwohnende steigern lässt – mit klaren Vorteilen für alle Seiten.

Dieses Modell lässt sich gut auf andere Destinationen übertragen – egal ob Stadt, Bergregion oder ländlicher Raum. Denn überall profitieren Einheimische von Angeboten vor der Haustür, die sonst nur Tourist:innen vorbehalten oder bekannt sind. Regionale Aktionen wie die Weinlese machen die Erfahrung besonders erlebbar: Sie verbinden Kultur, Natur und lokales Brauchtum, schaffen ein Gemeinschaftsgefühl und erhöhen die Akzeptanz des Tourismus.

Touristische Angebote für die eigene Bevölkerung und Zweitwohnende öffnen und dadurch wirtschaftliche Impulse, Identifikation und Akzeptanz stärken. Mit attraktiven Vergünstigungen und einfachen Zugängen werden Einheimische zu aktiven Nutzer:innen ihrer eigenen Region – und lokale Betriebe erhalten neue Kundschaft, auch in Nebensaisons.

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Schritt

Was zu tun ist

Tipps aus dem Tessin

1. Partnerbetriebe gewinnen

Lokale Hotels, Restaurants, Freizeitbetriebe und ÖV-Anbieter einbinden.

Vorteile für Partner klar kommunizieren: zusätzliche Kundschaft, Marketingeffekte, Auslastung in Nebenzeiten. Ein kurzer, gemeinsamer Partner-Workshop kann helfen, Ideen zu bündeln und Vertrauen aufzubauen.

2. Angebot definieren

Auswahl an touristischen Leistungen, die für Einheimische zugänglich und attraktiv sind (z. B. Übernachtungen, Freizeitangebote, ÖV). Optimal ist eine Mischung, die sowohl spontane Ausflüge als auch Wochenenderlebnisse abdeckt.

Vielfalt ist entscheidend: Kombination aus Gastronomie, Kultur, Naturerlebnis und Mobilität schafft Anreize für unterschiedliche Zielgruppen. Um genau diese unterschiedlichen Zielgruppen bedienen zu können, eignet sich die Einbindung der Bevölkerung (siehe Modul 3).

3. Preisvorteile festlegen

Attraktive, klar kommunizierte Vergünstigungen oder Gutscheine definieren. Wichtig ist Transparenz: Einfache, verständliche Konditionen.

Deutliche Ersparnis spürbar machen (z. B. 20 % Rabatt, fixe Gutscheinwerte), um Teilnahme zu motivieren.

4. Zielgruppen ansprechen

Einwohner:innen, Zweitwohnende und lokale Community aktiv informieren.

Kombination aus direkter Ansprache (Gemeindeblatt, Postwurfsendung) und digitaler Bewerbung (Social Media, Website) nutzen. Denkbar sind auch Kooperation mit Vereinen oder Schulen, um jüngere, diversere Zielgruppen einzubinden.

5. Vertrieb und Zugang organisieren

Einfacher Bezug der Karte oder des Gutscheins – online oder vor Ort (z. B. Tourist Info, Gemeinde, Bahnhof, App).

Möglichst wenige Hürden: unkomplizierte Anmeldung, digitale und analoge Varianten anbieten.

6. Wirkung überprüfen

Nutzung erfassen und Feedback von Teilnehmenden und Partnerbetrieben einholen. Ergebnisse für Optimierung und Kommunikation nutzen.

Daten und Geschichten kombinieren: Neben Zahlen auch qualitative Rückmeldungen sammeln («Was hat dir besonders gefallen?»). Feedback sichtbar machen – z. B. in einem Jahresbericht oder auf Social Media.

Erfolgsfaktoren bei der Anwendung

  • Niederschwelliger Zugang: Einfacher Ablauf für Bezug und Nutzung steigert Teilnahme.

  • Breite Angebotspalette: Unterschiedliche Interessen und Zielgruppen bedienen – vom Tagesausflug bis zur Übernachtung, von Familien über Schüler:innen bis Senior:innen.

  • Attraktive Preisgestaltung: Ersparnisse müssen deutlich spürbar und einfach einzulösen sein, um Motivation zu wecken.

  • Saisonale Steuerung: Angebot gezielt in ruhigeren Zeiten bewerben, um Auslastung zu optimieren.

  • Kontinuierliche Kommunikation: Regelmässig auf die Vorteile aufmerksam machen – auch während der Laufzeit.

Schweizer Naturpärke: Mikroerlebnisse ausserhalb von Hotspots schaffen wie Savurando

Blick über Berge in den Sonnenuntergang im UNESCO Biosphäre Entlebuch

Das Projekt «Savurando» ist eine innovative Kulinarik-Schatzsuche, die in mehreren Schweizer Naturpärken angeboten wird. Dabei folgen Teilnehmende einer Route – zu Fuss oder mit dem E-Bike – und lösen unterwegs verschiedene Rätsel. Diese Erlebnistouren führen bewusst abseits der bekannten Touristenpfade durch naturnahe Landschaften und kleine Dörfer. Als Belohnung erwarten die Besucher:innen regionale Spezialitäten von lokalen Produzent:innen.

Das Ziel von «Savurando» ist es, nicht nur Gästen von ausserhalb, sondern auch der lokalen Bevölkerung neue, genussvolle Erlebnisse in der eigenen Region zu bieten. Gleichzeitig wird damit eine dezentrale touristische Entwicklung gefördert: Touristische Aktivitäten werden auf weniger frequentierte Orte verteilt und regionale Produzent:innen erhalten eine stärkere Sichtbarkeit und wirtschaftliche Unterstützung.

«Savurando» setzt auf das Konzept von Mikroerlebnissen abseits der bekannten Hotspots. Durch eine spielerische Kombination aus Bewegung, Rätseln und Kulinarik werden Gäste und Bevölkerung motiviert, weniger frequentierte Wege und Regionen aktiv zu entdecken.

Der direkte Nutzen liegt darin, dass sowohl Einheimische als auch Gäste die Vielfalt und Qualität ihrer Region neu kennenlernen und wertschätzen. Die regionale Identität wird gestärkt, da lokale Produzent:innen und ihr Angebot sichtbar werden – gleichzeitig profitieren sie wirtschaftlich von zusätzlichen Kund:innen.

Darüber hinaus hilft «Savurando», die Belastung in stark besuchten Touristenzentren zu reduzieren, indem das Interesse auf bisher wenig genutzte Orte gelenkt wird. So entsteht ein nachhaltigeres Tourismusmodell, das Umwelt und Gemeinschaft schont und neue Begegnungsräume schafft.

Mit «Savurando» entsteht ein touristisches Angebot mit Fokus auf die lokale Bevölkerung, das echten Mehrwert schafft:

  • Tourismus für alle: Auch die lokale Bevölkerung erhält Anreize, die eigene Region neu zu entdecken und dabei kleine Produzent:innen zu unterstützen.

  • Stärkung regionaler Identität: Genuss, Natur und Kultur werden unmittelbar erlebbar – und schaffen Stolz auf die eigene Heimat.

  • Breitere Wertschöpfung: Einnahmen fliessen nicht nur in touristische Zentren, sondern auch in Randregionen und kleine Betriebe.

  • Nachhaltige Besucherlenkung: Durch attraktive Erlebnisse abseits der Hauptströme wird die Belastung an überfüllten Orten reduziert.


Abseits der touristischen Hotspots neue, leicht zugängliche Erlebnisse schaffen, die sowohl Einheimische als auch Gäste ansprechen. Durch spielerische Formate wie Kulinarik-Schatzsuchen, Rätsel- oder Thementouren werden weniger bekannte Orte belebt, lokale Produzent:innen unterstützt und die regionale Identität gestärkt.

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Schritt

Was zu tun ist

Tipps von «Suverando»

1. Thema wählen

Ein verbindendes Thema festlegen (z. B. Kulinarik, Natur, Handwerk), das zur Region passt und unterschiedliche Stationen verbindet.

Lokale Spezialitäten oder regionale Geschichten schaffen einen starken Bezug.

2. Route gestalten

Eine attraktive Strecke abseits der Haupttouristenwege festlegen, die zu Fuss, per Velo oder ÖV erreichbar ist und mit interaktiven Elementen (Fragen, Spiele, Aufgaben) angereichert werden kann.

Kombination aus Naturerlebnis und kleinen, aktivierenden Begegnungen einplanen. Zwischenstopps mit Aussicht, Rastplätzen oder Hofläden sorgen für Abwechslung. Digitale Karten oder QR-Codes können die Orientierung und das Spielerlebnis unterstützen.

3. Partner:innen einbinden

Lokale Produzent:innen, Gastronomie und Kulturanbieter:innen als Stationen einbeziehen.

Partner:innen profitieren von Sichtbarkeit und zusätzlicher Kundschaft, Teilnehmende entdecken authentische Orte.

4. Einfache Buchung ermöglichen

Tiefe Einstiegshürden (Onlinebuchung, fixe Startpakete, klarer Ablauf) schaffen.

Auch spontane Teilnahme vor Ort fördern: Startpakete in Tourismusbüros oder Dorfläden bereitstellen; digitale Tickets per QR-Code erleichtern den Zugang.

5. Kommunikation lokal verankern

Die Bevölkerung aktiv einladen und Angebote auch über lokale Kanäle bewerben (Gemeindeblatt, Social Media, Dorfanlässe).

Persönliche Ansprache (z.B. über Vereine, Schulen) erhöht die Teilnahme von Einheimischen. Erlebnisse auf Social Media und in lokalen Gemeindeblättern teilen – so entsteht Begeisterung und Mundpropaganda.

Erfolgsfaktoren bei der Anwendung

  • Niedrigschwellig und inklusiv: Angebote so gestalten, dass sie für Familien, Gruppen oder Einzelpersonen zugänglich sind.

  • Dezentrale Wirkung: Routen bewusst durch weniger bekannte Orte führen, um Hotspots zu entlasten.

  • Lokale Wertschöpfung: Zusammenarbeit mit Betrieben vor Ort ist zentral – von Produzent:innen bis zur Dorfbeiz.

  • Emotionale Verbindung schaffen: Genuss, Natur und spielerische Elemente verbinden und so einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

«Please Disturb»: Hotels als Begegnungsraum für Einheimische

Hotels sind weit mehr als reine Übernachtungsorte für Gäste – vielmehr können sie zu lebendigen Begegnungsräumen für die lokale Bevölkerung werden. Verschiedene Initiativen in der Schweiz zeigen, wie das Gastgewerbe neue Brücken zwischen Gastgeber:innen, Gästen und Einheimischen schlägt.

Ob durch Blicke hinter die Kulissen, wie beim nationalen Aktionstag «Please Disturb», bei dem Besucher:innen in über 50 Hotels schweizweit Hotellobbys, Küchen oder Gästezimmer erkunden und dabei Lernenden sowie Hoteliers direkt begegnen. Oder durch exklusive Übernachtungsangebote für Einheimische, wie in einem zeitlich befristeten Angebot der Jungfrauenregion, die vergünstigte Aufenthalte in lokalen Hotels ermöglichen.

Das Resultat: Hotels werden als Teil des Alltags neu entdeckt, echte Erlebnisse werden geschaffen. Begeisterte Teilnehmer:innen, die ihre Wertschätzung für die Hotellerie vertiefen, und eine Branche, die sich offen, nahbar und erlebbar präsentiert – ein Gewinn für alle Seiten.

«Please Disturb» und exklusive Erlebnisangebote zeigen eindrücklich, wie touristische Angebote gezielt für die lokale Bevölkerung geöffnet und erlebbar gemacht werden können – über das klassische Hotelgeschäft hinaus. Die Aktion macht aus gewöhnlichen Hoteltüren Erlebnisräume und verwandelt neugierige Besucher:innen in begeisterte Entdecker:innen. Der direkte Mehrwert:

  • Neue Zugänge schaffen: Hotels werden von Orten, die man sonst nur als Gast von aussen kennt, zu offenen Erlebnis- und Begegnungsräumen.

  • Emotionale Bindung stärken: Wer die Hotellerie in der eigenen Stadt oder Region erlebt, entwickelt mehr Verständnis und Stolz für die Branche.

  • Wirtschaftliche Wirkung entfalten: Die Hotels gewinnen lokale Sichtbarkeit, zusätzliche Auslastung – gerade in ruhigen Zeiten – und potenziell neue Gästesegmente.

  • Tourismus greifbar machen: Tourismus wird nicht als abstrakte Grösse erlebt, sondern als etwas, das im Alltag der Bevölkerung verankert ist.

«Please Disturb» und Übernachtungsangebote für Einheimische sind ein Musterbeispiel dafür, wie Tourismus greifbar gemacht werden kann. Sie vermitteln Stolz, Verständnis und Wertschätzung für lokale Betriebe, und zwar auf eine Art, die leicht nachvollziehbar und erlebbar ist und dazu noch Spass macht. Regionen jeder Grösse können dieses Konzept adaptieren, sei es mit Hotels, Pensionen oder anderen touristischen Einrichtungen – angepasst an die örtliche Infrastruktur, Teilnehmerzahl und lokale Gegebenheiten. Der Fokus liegt auf Erlebnissen, Emotionen und Einblicken, nicht nur auf finanziellen Vorteilen. Wer die Arbeitswelt, die Dienstleistungen oder die Atmosphäre eines Hotels selbst erlebt, entwickelt eine engere Bindung zum Tourismus vor der eigenen Haustür – ein Zugewinn für Betriebe, Bevölkerung und regionale Identität. Entscheidend ist nicht die Grösse der Hotels oder Region, sondern das Erlebnis und die Nähe, die geschaffen werden.

HotellerieSuisse
Monbijoustrasse 130, CH-3001 Bern
031 370 42 83
pleasedisturb@hotelleriesuisse.ch

Mehr zu «Please Disturb»

Tourismus erlebbar machen, Verständnis und Begeisterung schaffen: Mit einem Tag der offenen Hoteltüren sowie Übernachtungen in Hotels erhalten Einheimische einen exklusiven Einblick in die Abläufe und Atmosphäre der Hotellerie. So werden Emotionen geweckt, Nähe geschaffen und das Vertrauen in die Betriebe gestärkt – eine Basis für langfristige Tourismusakzeptanz.

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Umsetzungsoptionen

Methode

Tipps aus der Praxis

Offene Hotel-Erlebnisse

Ein Tag oder mehrere Aktionen, an denen Einheimische in die Arbeitswelt der Hotels eintauchen können. Die Aktionstage umfassen bspw. geführte Touren durch die Hotellobby, Küchen, Zimmer und andere Bereiche, begleitet von kurzen interaktiven Programmen, bei denen Mitarbeitende ihre Aufgaben erklären und Einblicke in ihren Arbeitsalltag geben.

  • Bei «Please Disturb» öffnen Hotels schweizweit ihre Türen und schaffen somit für alle die Möglichkeit, einen Einblick zu erhalten.

  • Jahreszeit und Zeitpunkt nach Möglichkeit so wählen, dass möglichst viele Besucher:innen teilnehmen können, gleichzeitig aber das Gästeaufkommen geringer ist, was die Belastung für das Personal möglichst gering hält.

  • Aktionen sichtbar über Social Media, Plakate und lokale Medien bewerben.

  • Kurze, interaktive Programme (z.B. Mitmach-Stationen, Mini-Workhops) erhöhen die Aufmerksamkeit und das Verständnis für die Branche.

Vergünstigte Übernachtungen für Einheimische

Hotels bieten Einheimischen zeitlich begrenzte, vergünstigte Übernachtungen an, um die touristische Infrastruktur erlebbar zu machen.

  • Angebote auf geeigneten Kanälen kommunizieren (z.B. Social Media, Gemeindeblätter).

  • Eine einfache Buchung schaffen, sowohl analog, als auch digital, um Hürden abzubauen.

  • Saisonal und nach Auslastung variierende sowie abwechslungsreiche Angebote einplanen, z.B. Winteraktionen mit Wellnessbezug oder Sommerangebote mit Outdoor-Erlebnissen.

Erfolgsfaktoren

  • Niederschwellig & sichtbar: Aktionen sollen Neugier wecken, nicht belehren.

  • Emotionale Bindung fördern: Begegnungen schaffen Nähe und Verständnis für die lokale Hotellerie.

  • Vielfalt zeigen: Verschiedene Hotels, Berufe und Programme einbinden.

  • Kontinuität & Wiederholung: Regelmässige Angebote machen Hotels als Begegnungsorte nachhaltig sichtbar.

  • Mehrwert für alle schaffen: Einheimische erleben Tourismus, Hotels gewinnen Sichtbarkeit, Auslastung und Feedback, Region stärkt ihre Identität.

Tipps

  • extension

    Lokale Partner:innen aktiv einbinden

    Hotels, Gastronomie, Freizeitbetriebe oder ÖV-Anbieter als Kooperationspartner:innen gewinnen, um die Angebote authentisch und wirksam umzusetzen und gemeinsame, nachhaltige Mehrwerte zu schaffen.

  • home

    Touristische Angebote für Einheimische öffnen

    Programme wie exklusive Gästekarten, Vergünstigungen oder Spezialangebote schaffen direkten Mehrwert für die lokale Bevölkerung und Zweitwohnende. Dadurch werden Tourismus erlebbar, emotionale Bindung gestärkt und lokale Betriebe unterstützt.

  • festival

    Abseits der Hotspots Erlebnisse schaffen

    Mikroerlebnisse wie Schatzsuchen, Rätseltouren oder kleine Kulinarik-Events motivieren Einheimische und Gäste, weniger frequentierte Orte aktiv zu entdecken und die Belastung an Hauptattraktionen zu reduzieren.

  • phone_android

    Teilnahme leicht machen

    Ob Buchung, Anmeldung oder Information – der Zugang zu Angeboten soll unkompliziert, intuitiv und ohne Hürden funktionieren. Je einfacher der Einstieg, desto grösser die Wirkung.

  • casino

    Erlebnisse spielerisch und interaktiv gestalten

    Touristische Angebote so aufbereiten, dass sie Spass machen, Neugier wecken und die Teilnehmenden aktiv einbeziehen. Spielerische Elemente erhöhen Motivation und emotionale Bindung.

  • track_changes

    Zielgruppen differenziert ansprechen

    Informationen und Angebote auf unterschiedliche Altersgruppen, Interessen oder Wohnformen abstimmen, um eine möglichst breite Beteiligung und Wirkung zu erzielen.

  • celebration

    Erlebnisse sichtbar machen und feiern

    Ergebnisse und Highlights kommunizieren, Erfolge sichtbar präsentieren und Feedback teilen, um Motivation, Vertrauen und Identifikation aller Beteiligten zu stärken.

  • insert_chart

    Wirkung messen und nachjustieren

    Teilnahmezahlen, Feedback der Bevölkerung und Partnerbetriebe systematisch erfassen, um Angebote kontinuierlich zu optimieren und auf Bedürfnisse abzustimmen.

Stolperfallen

  • door_front

    «Wir öffnen die Türen – aber nur symbolisch.»

    Wenn Aktionen nur oberflächlich stattfinden, verlieren Besucher:innen schnell das Interesse. Echtes Mitmachen und Einblicke sind entscheidend für Begeisterung und Vertrauen.

  • cottage

    «Alles für die Gäste, die Einheimischen bleiben aussen vor.»

    Touristische Angebote ohne Bezug zur lokalen Bevölkerung schaffen keine emotionale Bindung und fördern keine Akzeptanz.

  • campaign

    «Programme kompliziert oder unklar kommunizieren.»

    Wenn Anmeldung, Ablauf oder Vorteile unklar sind, sinkt die Teilnahme. Niederschwellige und verständliche Informationen sind ein Muss.

  • card_giftcard

    «Alibi-Rabatte statt echter Mehrwert.»

    Restposten verramschen oder nur Vergünstigungen ab hohen Schwellen (z. B. erst ab 200 CHF) schaffen Frust statt Freude. Rabatte müssen fair, transparent und wirklich nutzbar sein.

  • savings

    «Nur auf Rabatte setzen.»

    Preisvorteile allein erzeugen keine emotionale Bindung oder Begeisterung. Erlebnisqualität, Interaktion und Authentizität sind mindestens genauso wichtig.

Checkliste für Modul 4 «Tourismusnutzen steigern: Wie erhöhe ich den Mehrwert für alle Ansprechgruppen?»

Übersicht Module

  • collections_bookmark

    Modul 1 – Tourismussensibilisierung fördern: Wie starte ich mit einer klaren Strategie?

  • volunteer_activism

    Modul 2 – Übersicht gewinnen: Wie identifiziere ich Herausforderungen meiner Destination?

  • handshake

    Modul 3 – Stakeholdermanagement gestalten: Wie binde ich die wichtigsten Ansprechgruppen aktiv ein?

  • groups

    Modul 5 – Gästebeteiligung stärken: Wie mache ich Gäste zu Mitgestaltenden?

  • search

    Modul 6 – Kommunikation meistern: Wie gehe ich sicher mit klassischen Medien, Social Media und Politik um?

  • visibility

    Ausblick

    Zum Modul

Die Inhalte der Toolbox werden fortlaufend bis Frühling 2026 ausgearbeitet und veröffentlicht.

Porträtfoto von Romy Bacher

Ihre Ansprechperson

Romy Bacher