Nachhaltigkeit

Modul 3 – Stakeholdermanagement gestalten: Wie binde ich die wichtigsten Ansprechgruppen aktiv ein?

Die Toolbox zur Tourismusakzeptanz bietet touristischen Akteuren praxisnahe Unterstützung im Umgang mit Herausforderungen an der Schnittstelle zwischen Bevölkerung, Gästen und Tourismus. Sie sensibilisiert unterschiedliche Anspruchsgruppen für den Tourismus, stärkt die Tourismusakzeptanz langfristig und zeigt auf, wie ein konstruktiver Dialog geführt werden kann. In mehreren Modulen stellt die Toolbox Methoden, Kommunikationshilfen, Good-Practice-Beispiele und Umsetzungstools zur Verfügung. Die Inhalte sind anwendungsorientiert, flexibel einsetzbar und eignen sich sowohl zur Prävention als auch für den Umgang mit bestehenden Spannungen oder Konflikten.

Dieses Modul stellt das Stakeholdermanagement in den Fokus.

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Tourismus lebt nicht nur von Gästen – er lebt vor allem auch von den Menschen, die in einer Destination zu Hause sind, sie gestalten, lieben und prägen. Wenn diese Menschen sich mit dem Tourismus identifizieren, ihn mitgestalten und von ihm profitieren, entsteht ein stabiles Fundament, auf dem ein ausgewogener Tourismus gedeihen kann. Doch dieses Fundament wächst nicht von allein: Es braucht gezielte, offene und ehrliche Beteiligung.

Die aktive Einbindung zentraler Anspruchsgruppen, wie im Rahmen des Projektes «Nachhaltigkeitsmanagement in Tourismusdestinationen» in Kooperation mit der ZHAW identifiziert – allen voran der Bevölkerung, aber auch von Investoren und Zweitheimischen – ist weit mehr als ein freundlicher Zusatz. Sie ist die Basis für Akzeptanz, Vertrauen und gemeinsame Visionen. Wer frühzeitig Beteiligung ermöglicht, öffnet Räume für neue Ideen, unerwartete Perspektiven und gemeinschaftliches Handeln.

«
Eine erfolgreiche und nachhaltige touristische Entwicklung kann nur im Einklang mit der Lebensqualität der Bevölkerung sowie im Einklang mit den regionalen Werten funktionieren. Für unsere Tourismusstrategie 2025+ haben wir deshalb einen breit abgestützten Strategieprozess durchlaufen, bei dem zahlreiche Akteur:innen aus der Region beteiligt waren, um eine gemeinsame Vision zu entwickeln.
»

Patrick Bauer, Leiter Destinationsentwicklung & Nachhaltigkeit | Gstaad Saanenland Tourismus

Good Practice Beispiele

Dieses Modul zeigt, wie Beteiligung lebendig und wirksam gestaltet werden kann – jenseits von formalen Anhörungen und trockenen Infoveranstaltungen. Drei inspirierende Beispiele machen deutlich, wie unterschiedlich dieser Weg aussehen kann:

  • Wien lädt im World-Café-Format zum offenen Dialog ein, um gemeinsam eine Tourismusstrategie für die Zukunft zu entwickeln.

  • Chur schafft mit der Initiative «Tourismus mit Herz» vielfältige, niederschwellige Begegnungen – analog wie digital.

  • Lauterbrunnen und Bern setzen auf kleine, aber wirkungsvolle Formate, die Nähe und ehrliches Gespräch fördern.

Ob beim strategischen Grossprojekt oder beim spontanen Austausch auf einer Parkbank: Echte Beteiligung bedeutet zuhören, ernst nehmen und gemeinsam weiterdenken. In diesem Modul geht es darum, die passenden Formate zu finden, die Türen zu öffnen und das Miteinander zu pflegen, damit Tourismus als Gemeinschaftsprojekt gelebt wird.

Wien: Einbindung aller Stakeholder in die Strategieentwicklung im World-Café Format

Die Tourismusorganisation Wien hat den Dialog mit verschiedensten Akteuren gesucht, um gemeinsam an der Destination Wien 2040 zu arbeiten. Im Rahmen des World Cafés wurden zentrale Zukunftsthemen diskutiert:



  • Nachhaltigkeit als Erfolgsmodell: Tourismus, der ökologisch, sozial und wirtschaftlich tragfähig ist.

  • Wien als Stadt internationaler Begegnung: Gastfreundschaft und Offenheit als Markenkern.


  • Stadtentwicklung: Destination in der Destination: Vielfältige Stadtviertel als individuelle Erlebnisse sichtbar machen.



  • Ausgleich zwischen Besucher:innen und Bewohner:innen: Tourismus soll Lebensqualität nicht stören, sondern stärken.



  • Kultur als Erfolgsfaktor: Die kulturelle Vielfalt Wiens als Magnet und Identitätsstifter.



  • Öffentlicher Raum mit Wiener Flair und Zukunft: Aufenthaltsqualität als Einladung an Gäste und Einheimische.



  • Megatrends: Digitale Vernetzung & KI
– Chancen erkennen, Digitalisierung sinnvoll nutzen.

Das World Café ist eine moderierte Dialogmethode, bei der Menschen aus unterschiedlichen Bereichen in kleinen Gruppen zu wichtigen Themen ins Gespräch kommen – in entspannter Café-Atmosphäre. Die Idee: Wissen, Ideen und Perspektiven aus allen Ecken zusammentragen – gemeinsam, kreativ und auf Augenhöhe.

Gerade im Tourismus, wo viele Anspruchsgruppen zusammenkommen, ist diese Methode ideal, um verbindende Visionen zu entwickeln.

Tourismus lebt vom Mitdenken vieler. Das World Café ist eine inspirierende Methode, um kreative Lösungen zu entwickeln, Identifikation zu stärken und Zukunftsthemen greifbar zu machen – ob in der Stadt, im Berggebiet oder auf dem Land. Auch kleine Gemeinden oder Regionen können das adaptieren: Weniger Tische, 10–20 Teilnehmende oder kürzere Runden reichen, um wertvolle Impulse zu gewinnen.

Es fördert nicht nur Innovation, sondern auch ein gegenseitiges Verständnis und das Gefühl: «Wir gestalten gemeinsam unsere touristische Zukunft.» Entscheidend ist nicht die Grösse oder Perfektion der Veranstaltung, sondern die Offenheit, dass alle Perspektiven gleichwertig einbezogen werden.

Wiener Tourismusverband
Invalidenstrasse 6, AT–1030 Wien
+43 1211 14 0
info@wien.info

Mehr zu Visitor Economy Strategie Review - b2b.wien.info

Ein partizipativer Austausch zwischen lokalen Akteuren (Tourismusverantwortliche, Bevölkerung, Politik, Hotellerie, Freizeitwirtschaft etc. oder weiteren relevanten Anspruchsgruppen, die im Rahmen des Projektes «Nachhaltigkeitsmanagement in Tourismusdestinationen» in Kooperation mit der ZHAW identifiziert wurden), um gemeinsam Lösungsansätze zur Tourismusakzeptanz und zur nachhaltigen Sensibilisierung von Gästen und Gastgeber:innen zu entwickeln.

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Vorbereitung

Dauer

Teilnehmende

 

Ort

Material

Moderation

 

ca. 2.5 bis 3 Stunden

20–60 Personen (möglichst vielfältige Vertretung hinsichtlich Alter, Beruf, Wohnort, Bezug zum Tourismus)

Raum mit ausreichend Platz für 4–6 Thementische, ideal mit «Café-Charakter»

Flipcharts, Stifte, Moderationskarten, Timer, Namensschilder, Getränke und Snacks

Unterstützt werden kann ein solches partizipatives Format auch durch die Nachhaltigkeitsexpert:innen des STV-Netzwerks.

Ablauf

Dauer

Was passiert

Begrüssung & Einführung

15 Minuten

Kurze Begrüssung, Ziel des Treffens, Erklärung der Methode (World Café).

1. Gesprächsrunde

20–25 Minuten

Thema 1 (z.B.): «Wo erleben wir Spannungen zwischen Bevölkerung und Gästen?»

2. Gesprächsrunde

20–25 Minuten

Thema 2 (z.B.): «Wie können wir unsere Gäste für nachhaltiges Verhalten sensibilisieren?»

3. Gesprächsrunde

20–25 Minuten

Thema 3 (z.B:): «Welche Lösungen brauchen wir – kurzfristig, langfristig?»

Wechselprinzip

 

Nach jeder Runde wechseln die Teilnehmenden die Tische. Eine Gastgeberin bleibt sitzen und fasst die vorherige Diskussion zusammen.

Präsentation der Erkenntnisse

30 Minuten

Jede Tischgruppe stellt ihre wichtigsten Ergebnisse vor.

Abschluss & Ausblick

15 Minuten

Gemeinsame Reflexion, nächste Schritte, Einladung zur weiteren Mitarbeit.

Erfolgsfaktoren bei der Anwendung

  • Atmosphäre schaffen: Musik, Deko, Getränke – einladende Umgebung fördert Offenheit.

  • Neutral moderieren: Der/die (externe) Moderator:in führt sanft durch den Prozess, bleibt aber im Hintergrund.

  • Vielfalt zulassen: Jede Meinung zählt, keine Diskussion ist «falsch».

  • Dokumentation sichern: Ergebnisse fotografieren oder durch Protokollierende festhalten.

Chur: Tourismus mit Herz – Bevölkerung wird gehört, eingebunden und erlebt

Chur Tourismus hat unter dem Leitmotiv «Tourismus mit Herz» eine mehrjährige Initiative gestartet, um die Bevölkerung aktiv in die touristische Gestaltung einzubinden, zu sensibilisieren und vom Tourismus profitieren zu lassen.

Dabei greift Chur Tourismus auf verschiedenste innovative, niederschwellige, mal mehr oder weniger systematische und sich ergänzende Massnahmen zurück, beispielsweise:

  • Feedbackmöglichkeiten online rund um die Uhr

  • Dialoganlass «Grill & Gespräch»: unkomplizierte Treffen in angenehmer, freizeitlicher Atmosphäre auf dem Stadtplatz zum Austausch von Ideen und Wünschen

Dabei geht es darum, kontinuierlich verschiedene Kontaktpunkte zu schaffen, um alle Bewohner:innen Churs entsprechend ihrer Präferenzen abzuholen – ob beim entspannten Nachbarschaftsplausch oder online von zuhause aus.

Die Initiative setzt auf niederschwellige Beteiligung statt hoher Barrieren:

  • Online-Feedback macht Dialog jederzeit möglich

  • Persönliche Formate fördern Vertrauen und Begegnung direkt vor Ort

  • Lokale Perspektiven kommen zur Sprache – nicht nur touristische

  • Erlebnislernen (auch die eigene Stadt als Gast erleben) erzeugt mehr Empathie und Verständnis

Dadurch entsteht ein emotional verankerter Dialog, der weit über reine Information hinausgeht – und Tourismusakzeptanz als gemeinschaftliche Aufgabe begreift.

Chur zeigt, dass Beteiligung nicht mit grossem Aufwand oder Politik verbunden sein muss, sondern mit kleinen, echten Begegnungsräumen Wirkung erzeugt. Gerade in Städten oder Gemeinden, wo Tourist:innen den Alltag spürbar mitformen, helfen Formate wie Feedback-Formulare, Erlebnisangebote oder unverbindliche Treffen, Brücken zu schlagen zwischen Bewohner:innen und Gästen.

Diese Mischung aus Mitreden, Mitgestalten und Miterleben macht Tourismus nachhaltig und regionstauglich und stärkt die Akzeptanz, lange bevor Konflikte entstehen.

Chur Tourismus
Bahnhofstrasse 32, CH-7000 Chur
info@churtourismus.ch
+41 81 252 18 18

Mehr zu Gemeinsam für den Tourismus in Chur

Niederschwellig, sichtbar und aktiv die Bevölkerung einbinden – durch Einholen von Feedback, gemeinsames Erleben und persönliche Begegnungsformate.

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Umsetzungsoptionen

Methode

Tipps aus Chur

Feedback-Zugänge schaffen

Permanente Möglichkeit für die Bevölkerung, Lob, Sorgen oder Ideen einzubringen – digital und analog.

Digitale Kanäle: Einfaches Formular auf der Gemeindeseite oder Tourismusplattform, QR-Codes an öffentlichen Orten (z. B. Haltestellen, Info-Stellen, Aussichtspunkten), Chatbot für touristisches Feedback
Analoge Kanäle: Wunschbox in Gemeindestellen, Umfragekärtchen im Tourismusbüro, Rückmeldewand an Veranstaltungen

Möglichst einfach und sichtbar platzieren – z. B. auf Webseite, Info-Stelle, Gemeinde und regelmässiges Auswerten. Optionale Angabe persönlicher Daten: Ein anonymes Feedbackformular kann den Rücklauf steigern.

Informelle Dialoganlässe vor Ort

Begegnungen schaffen, bei denen ungezwungen über Tourismus gesprochen wird – ohne PowerPoint und Phrasen.

«Grill & Gespräch» oder «Tourismus-Plausch»: Einladung über Plakat, Social Media oder Flyer (nicht «Einladung zur Infoveranstaltung», sondern locker und neugierig)
Mobile Dialogformate: z. B. Dialog-Bänkli, Plauderbox, Mini-Bus als Gesprächsort
-Kooperationsformate: Einbindung in bestehende lokale Anlässe (z. B. Markt, Quartierfest, Herbstmesse)

Niederschwellig, entspannte Atmosphäre, die alle zum Austausch einlädt.

Erfolgsfaktoren bei der Anwendung

  • Niederschwelligkeit zählt: Einladung auf Augenhöhe – keine akademischen Barrieren

  • Kreativ & sichtbar: Beteiligung darf auffallen – Farbe, Charme & Humor wirken

  • Kontinuität schaffen: Lieber kleiner starten, aber mit Regelmässigkeit

  • Feedback wertschätzen: Rückmeldung ist keine Pflichtübung, sondern Grundlage für Vertrauen

Lauterbrunnen und Bern: Kleine Formate, grosse Wirkung

Lauterbrunnen lud zur sogenannten Chropfleerete – mit dem Ziel, allen «Dampf abzulassen» und «sich das Herz auszuschütten». Bei dieser offenen Versammlung konnten Einheimische offen über ihre Erlebnisse und Frustrationen mit dem Tourismus sprechen – ungefiltert, direkt und ohne vorgegebene Struktur. Das Ziel war nicht Kontrolle, sondern echtes Zuhören – und das Gefühl: «Jetzt sind wir endlich mal dran.»

In Bern wurden sogenannte Plauder-Bänkli eingeführt – Sitzbänke mit einem klaren Signal: Wer sich hier niederlässt, zeigt Bereitschaft zum Gespräch. So entstehen spontane Begegnungen – nicht selten auch über Themen wie Veränderungen im Quartier, Lebensqualität oder das Gefühl, wie sich die Stadt durch den  Tourismus verändert.

In vielen Beteiligungsprozessen kommen vor allem jene zu Wort, die laut, gut vernetzt oder professionell organisiert sind. Doch Emotionen, Alltagserfahrungen und unterschwellige Spannungen – die eigentlichen Frühindikatoren für Akzeptanzprobleme – können dadurch nicht immer eingefangen werden.

Beide Formate eint etwas Zentrales: Sie schaffen niederschwellig emotionalen Raum für das, was sonst oft keinen Platz findet – persönliche Beobachtungen, Irritationen, stille Sorgen, aber auch stille Freude.

In Zeiten, in denen Tourismus manchmal zur Reibungsfläche wird, braucht es solche Orte der Nähe, Gespräche auf Augenhöhe, Orte des Zuhörens und des «Sich zeigen dürfen». Die Wirkung ist nicht nur atmosphärisch, sondern auch strategisch wertvoll: Ungefilterte Stimmen sind wertvolle Frühindikatoren zeigen an, wo sich Spannungen verdichten, aber auch, wo Potenzial und Gastfreundschaft noch stark verankert sind.

Viele Destinationen spüren es: Nicht alles lässt sich in Gremien oder Workshops besprechen. Chropfleerete und Plauder-Bänkli zeigen, wie einfach Beteiligung sein kann – ohne grosse Budgets oder langwierige Prozesse. Denn manchmal reicht ein Platz zum Reden, ein offenes Ohr oder ein bisschen Mut, auch Unangenehmes zuzulassen.

Gerade in ländlichen Regionen, kleineren Städten oder touristisch stark beanspruchten Orten kann so ein Signal viel bewirken: Bevölkerung ernst nehmen, ohne zu überfordern; Spannungen frühzeitig erkennen, bevor sie sich verhärten; Empathie zwischen Gästen und Einheimischen fördern – durch echtes Gespräch.

Sie zeigen: Tourismus ist kein Expertenthema, sondern ein Gemeinschaftsthema, bei dem gemeinsam Lösung erarbeitet werden können.

Emotionen sichtbar machen, Sorgen frühzeitig auffangen, Vertrauen schaffen: Mit einfachen Formaten wie Chropfleerete oder Plauder-Bänkli kann die Bevölkerung ihre Erlebnisse und Gedanken zum Tourismus direkt einbringen – in einem geschützten, respektvollen Rahmen. So entstehen Nähe, Ehrlichkeit und Dialog auch jenseits klassischer Beteiligungsprozesse.

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Schritt

Was zu tun ist

Tipps aus Bern und Lauterbrunnen

1. Format wählen

Je nach Zielgruppe und Kultur: Chropfleerete (auch als strukturiert moderierter Austausch gangbar, womöglich unterstützt durch neutrale:n Moderator:in des STV-Netzwerks) oder Plauder-Bänkli (als spontane, niederschwellige Gesprächsgelegenheit)

Besonders wirkungsvoll für alle Destinationen, um frühzeitig das Thema anzugehen oder touristisch stark frequentierten Orten.
Formatwahl kann sich auch an der Jahreszeit oder bestehenden Anlässen orientieren.

2. Vorbereitung & Einladung

Ort und Zeitpunkt bewusst wählen – z. B. am Rand eines Dorffests, beim Wochenmarkt oder an einem schönen Sommerabend.
Mit einfacher Kommunikation einladen: kurzer Text im Gemeindeblatt, Aushang, Social-Media-Post oder persönliche Einladung durch Vereine.

Offene, sympathische Einladung ohne Fachsprache: «Was läuft gut – was nervt? Komm vorbei, red mit!».
Getränke, Snacks oder Musik schaffen eine angenehme, Offenheit fördernde Atmosphäre.

3. Raum für Emotionen geben

Klarmachen: Hier darf gesagt werden, was auf dem Herzen liegt – ohne Bewertung. Moderator:in hört zu, fasst zusammen und sorgt für Respekt.

Gastgeber:in oder Moderator:in nimmt alle Sorgen, Bedürfnisse, Ängste, aber auch positives Feedback wertfrei auf.

4. Dokumentation sichern

Mitschriften, Audiomitschnitte, simple Notizen bei Plauder-Bänkli oder einfach Kärtchen an einer Pinnwand. Ergebnisse sortieren (Lob, Kritik, Vorschläge) und anonymisiert auswerten.

Ergebnisse ggf. anonymisiert zurückspiegeln.

5. Rückkoppelung ermöglichen

Zeigen, was mit dem Gehörten passiert ist, z. B. im Gemeindeblatt, auf Social Media oder am Anschlagbrett.

Auch kleine Reaktionen («Das haben wir gehört – das machen wir jetzt») schaffen Wirkung.

Erfolgsfaktoren bei der Anwendung

  • Vertrauensvolle Atmosphäre schaffen: Menschen sprechen offener, wenn sie sich willkommen und nicht beurteilt fühlen.

  • Zuhören, nicht bewerten: Es geht nicht um die «richtige» Meinung, sondern ums Ernstnehmen von Erlebnissen und Gefühlen.

  • Niederschwellig und sichtbar bleiben: Kein Anmeldeformular, keine Hürde – einfach mitmachen, wenn man gerade da ist.

  • Aus Gehörtem Aktion werden lassen: Geäusserte Anliegen nicht nur anhören, sondern sichtbar in konkrete Schritte übersetzen – selbst kleine Massnahmen zeigen, dass der Dialog Wirkung hat.

Tipps

  • cottage

    Niederschwellige Beteiligung anbieten

    Einfache, alltagsnahe Formate senken Hürden und ermöglichen auch den Stimmen Gehör, die sonst kaum teilnehmen würden.

  • local_cafe

    Dialog auf Augenhöhe fördern

    Gesprächssituationen schaffen, in denen alle Beteiligten – von Bevölkerung bis Politik – respektvoll und gleichwertig miteinander diskutieren können, stärkt Vertrauen und Offenheit.

  • color_lens

    Kreative Methoden ausdrücklich gewünscht

    Ungewöhnliche Formen des Dialogs zulassen und Visualisierungen, interaktive Karten oder World-Cafés nutzen, um abstrakte Themen greifbar zu machen und die Fantasie anzuregen. Dies hilft, eigene Ideen einzubringen.

  • face_2

    Vielfalt der Stimmen einbeziehen

    Bewusst Menschen unterschiedlicher Altersgruppen, Lebensrealitäten und Interessen ansprechen, um ein vollständiges Bild des Lebensraums und seiner Herausforderungen zu erhalten.

  • content_paste

    Ergebnisse dokumentieren und zurückmelden

    Gesammelte Beiträge transparent erfassen und sichtbar machen – von Kurzprotokollen bis zu öffentlichen Berichten –, damit Beteiligung Wirkung zeigen kann.

  • emoji_objects

    Ideen sichtbar machen

    Plattformen wie Ausstellungen, digitale Wände oder öffentliche Präsentationen nutzen, damit gute Vorschläge der Bevölkerung nicht verschwinden, sondern Anerkennung finden.

  • emoji_events

    Erfolge feiern

    Umgesetzte Projekte oder kleine Zwischenschritte sichtbar würdigen – ob bei einem Dorffest oder über Social Media – stärkt Motivation und zeigt, dass Engagement Wirkung hat.

  • calendar_today

    Beteiligung langfristig planen

    Formate und Strukturen so anlegen, dass Beteiligung nicht punktuell bleibt, sondern kontinuierlich verankert ist und damit echte Mitgestaltung ermöglicht.

Stolperfallen

  • record_voice_over

    «Wir sagen, was Sache ist – die Leute sollen es verstehen.»

    Einseitige Kommunikation ist kein Dialog. Wer nur sendet, aber nicht zuhört, schafft Frust statt Vertrauen.

  • lock

    «Wer mitreden will, muss sich anmelden.»

    Hürden wie formelle Anmeldungen, komplizierte Verfahren oder Fachsprache schrecken viele ab. Beteiligung muss einfach und zugänglich sein.

  • thumbs_up_down

    «Negative Stimmen? Die lassen wir besser raus.»

    Kritik auszublenden oder Emotionen zu ignorieren, verschärft Konflikte. Gerade unangenehme Rückmeldungen sind wertvoll für die Weiterentwicklung.

  • markunread

    «Danke für Ihre Meinung – wir melden uns nie wieder.»

    Keine Rückkoppelung zu geben, untergräbt Beteiligung. Wer nicht zeigt, was mit dem Gehörten passiert, verliert Glaubwürdigkeit und künftige Mitwirkung.

Übersicht Module

  • collections_bookmark

    Modul 1 – Tourismussensibilisierung fördern: Wie starte ich mit einer klaren Strategie?

  • volunteer_activism

    Modul 2 – Übersicht gewinnen: Wie identifiziere ich Herausforderungen meiner Destination?

  • interests

    Modul 4 – Tourismusnutzen steigern: Wie erhöhe ich den Mehrwert für alle Ansprechgruppen?

  • groups

    Modul 5 – Gästebeteiligung stärken: Wie mache ich Gäste zu Mitgestaltenden?

  • search

    Modul 6 – Kommunikation meistern: Wie gehe ich sicher mit klassischen Medien, Social Media und Politik um?

  • visibility

    Ausblick

    Zum Modul

Die Inhalte der Toolbox werden fortlaufend bis Frühling 2026 ausgearbeitet und veröffentlicht.

Porträtfoto von Romy Bacher

Ihre Ansprechperson

Romy Bacher