Tourismuspolitik
Tourismuspolitischer Ausblick 2026 – Touristische Förderinstrumente
Das vergangene Jahr war aus tourismuspolitischer Sicht ereignisreich und auch das kommende Jahr verspricht, spannend zu werden. Wir werfen einen Blick voraus und beleuchten für Sie in dieser Beitragsreihe die zentralen Themen und Geschäfte der nächsten zwölf Monate. Als Schwerpunktthemen stehen die touristischen Förderinstrumente, die Europapolitik, die Mehrwertsteuer sowie Grossveranstaltungen im Vordergrund. Eine Übersicht über all diese und weitere relevante Themen finden Sie hier. Dieser Beitrag befasst sich mit den touristischen Förderinstrumenten.
Der Bundeshaushalt droht in Schieflage zu geraten. Mit dem Entlastungspaket 2027 will der Bundesrat Gegensteuer geben und grosse Defizite verhindern, die Vorgaben der Schuldenbremse einhalten und den Bundeshaushalt mittelfristig wieder ins Gleichgewicht bringen. Hierzu hat er ein Massnahmenpaket mit Kürzungen in all seinen Ausgabenbereichen geschnürt. Der STV unterstützt das Ziel des Bundesrates, betont jedoch die Notwendigkeit einer gerechten Verteilung der Kürzungen.
Entlastungspaket 2027
Bereits im Rahmen der Vernehmlassung zum Entlastungspaket 2027 hat der STV darauf hingewiesen, dass der Tourismus im Vergleich zu anderen Aufgabenbereichen überproportional belastet wird. Gemeinsam mit Schweiz Tourismus und seinen Kernmitgliedern hat der Verband konstruktive Vorschläge eingebracht, wie der Tourismussektor zur Stabilisierung der Bundesfinanzen beitragen kann, ohne zentrale Förderinstrumente grundsätzlich in Frage zu stellen.
Der Ständerat hat sich in der Wintersession 2025 bereits mit dem Entlastungspaket 2027 befasst. Dabei hat er wichtige Anpassungen bei den touristischen Förderinstrumenten Innotour und Neue Regionalpolitik vorgenommen. Die Kürzungen bleiben einschneidend, gehen aber weniger weit als vom Bundesrat vorgeschlagen. Die Höhe der Kürzung bei Schweiz Tourismus geht hingegen klar zu weit. Sie ist weder finanzpolitisch noch sachlich gerechtfertigt und verkennt die Bedeutung internationaler Märkte für den Schweizer Tourismus. Durch die gezielte Bearbeitung von Nah- und Fernmärkten lenkt Schweiz Tourismus wertschöpfungsstarke Besucherströme, stabilisiert die Nachfrage über das Jahr hinweg und stärkt den Ganzjahrestourismus. Dies verbessert die Auslastung der Infrastruktur und unterstützt Beschäftigung und Fachkräftesicherung. Der STV appelliert an das Parlament, hier noch nachzubessern. Das Geschäft soll in der Frühjahrssession 2026 weiterberaten und verabschiedet werden.
Standortförderung
Die Finanzierung der touristischen Förderinstrumente ist auch ein zentraler Teil der Standortförderungspolitik des Bundes. Die Botschaft zur Standortförderung 2028–2031 soll demnächst in eine breite Vernehmlassung gegeben werden. Der STV wird sich auch hier dafür einsetzen, dass die längerfristige Finanzierung der touristischen Förderinstrumente gesichert wird und den Bedürfnissen des Sektors entspricht. Die staatliche Tourismusförderung ist allein schon deshalb gerechtfertigt, weil auch unsere Nachbarländer ihre Tourismusstandorte stark unterstützen. Ohne ein vergleichbares Engagement des Bundes geriete der Schweizer Tourismus rasch in einen Wettbewerbsnachteil. Die Tourismusförderung ist dabei nicht als reine Sektoralpolitik zu verstehen, sondern auch als ein strategisches Element einer ganzheitlichen Standortförderungspolitik. Touristische Angebote wie Museen, Gastronomie oder Festivals, bereichern auch das Alltagsleben aller in der Schweiz lebenden Menschen. Im international intensiver werdenden Kampf um Fachkräfte achten Unternehmen bei Standortentscheiden immer stärker auf die Lebensqualität für Mitarbeitende. Ein lebendiges Tourismus- und Freizeitangebot macht die Schweiz als Unternehmensstandort deutlich attraktiver. Der internationale Ruf der Schweiz als attraktives Reiseland stärkt auch die Marke Schweiz in anderen Bereichen.
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