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Scho gwüsst … ?

Unsere Newsletter-Rubrik «Scho gwüsst … ?» liefert Einblicke in neue, überraschende und teilweise skurrile Fakten aus der Tourismusbranche. An dieser Stelle sind alle bisher erschienen Beiträge aufgelistet. Weitere spannende Fakten, die wir ebenfalls im Newsletter publizieren sollten, sind jederzeit willkommen.

Einen Fakt beitragen
Gelbes Schild "Wanderweg" mit Berg im Hintergrund

Wer hat eigentlich die Wanderwege erfunden?

Es war Jakob Ess, ein Lehrer aus der Ostschweiz. Als er mit seiner Schulklasse über den Klausenpass wanderte, störte er sich an den zahlreichen Autos, die das Wandererlebnis durch die vielen Abgase erheblich beeinträchtigten. Daraufhin beschloss er, dafür zu sorgen, dass in verschiedenen Regionen der Schweiz Routen für Spazierende und Wandernde entstehen. Auf seine Initiative hin entstanden im Jahr 1934 die Schweizer Wanderwege. Bereits am Gründungstag wurde damals ein für die ganze Schweiz einheitlicher Wegweiserstil definiert. Die gelben Tafeln mit schwarzer Schrift haben sich bis heute gehalten. Unterdessen sind die Wanderwege aus der Schweiz nicht mehr wegzudenken und das Wanderwegwesen ist seit 1979 auch in der Bundesverfassung und seit 1985 im Bundesgesetz über Fuss- und Wanderwege geregelt. 

Niesenbahn (rote Standseilbahn) mit Berglandschaft im Hintergrund

Längste Treppe der Welt

Die Niesenbahn ist eine der längsten Standseilbahnen Europas. Doch damit nicht genug. In Bezug auf die Treppe entlang der Gleise schafft sie sogar einen Weltrekord. 11'674 Stufen zählt die Treppe insgesamt und ist damit gemäss dem Guinness-Buch der Rekorde die längste der Welt. Für die Öffentlichkeit sind die Stufen nicht begehbar. Eine Ausnahme bildet allerdings der jährlich ausgetragene Niesen-Treppenlauf, der am kommenden Samstag, 11. Juni 2022, zum 19. Mal stattfindet. Der beliebte Lauf – auch in diesem Jahr ausgebucht – bietet sich nur für Ambitionierte an: «Wer teilnimmt, muss fit und trainiert sein», heisst es von Seiten der Veranstalter. Die Rekordzeit für die Strecke mit 1'643 Höhenmetern beträgt denn auch sportliche 55 Minuten und 55 Sekunden. Zum Vergleich: Über die signalisierten Bergwanderwege dauert der Aufstieg für unsereiner Breitensportler:innen ab Mülenen rund fünf Stunden.

Vielfältige Oster-Traditionen in der Schweiz

Ostern steht vor der Tür – ein verlängertes Wochenende, das aus touristischer Sicht äusserst wertvoll ist. Einige Destinationen werden zu dieser Zeit aber nicht nur aus touristischer Tradition, sondern speziell wegen ihren Oster-Traditionen besucht. Am Gründonnerstag findet etwa in Mendrisio die traditionelle Osterprozession statt. Ein Brauch mit kulturellem Wert: Ende 2019 hat ihn die UNESCO auf die repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen. Ebenfalls traditionell geht es in Romont im Kanton Freiburg zu und her, wo am Karfreitag schwarz gekleidete Frauen («Les Pleureuses») eine Prozession bei der örtlichen Kirche veranstalten. Eine farbenfrohe Tradition präsentiert jeweils die Ostschweizer Kleinstadt Bischofszell: Über die Ostertage werden die Brunnen im Ort frühlingshaft geschmückt. Damit wird die Dankbarkeit symbolisiert, dass nach der Winterzeit das Wasser wieder fliesst und die Natur erwacht. Der Brauch geht bis in die Mitte des 5. Jahrhunderts zurück.

Berge, so weit das Auge reicht

Die Schweiz ist ein Gebirgsland. Soweit klar. Aber wussten Sie, dass knapp 70 Prozent der Gesamtfläche der Schweiz aus Bergen besteht? Im Verhältnis entspricht dies ziemlich genau der Verteilung von Gewässern und Landmassen auf der gesamten Erdoberfläche (70 Prozent = Ozeane, Seen und Gewässer, 30 Prozent = Landmasse). Den grössten Anteil von etwa 58 Prozent der Gesamtfläche nehmen die Alpen ein – weitere 11 Prozent trägt der Jura bei. Ganze 48 Schweizer Berge sind über 4'000 Meter hoch. Spannend ist auch: Die Alpen nehmen den grössten Teil des Staatsgebiets ein, beherbergen aber nur 11 Prozent der Bevölkerung.

Himmlisches 100-Seelen-Dorf

Was hat das 100-Seelen-Dorf Gimmelwald mit Zermatt, Zürich oder Interlaken gemeinsam? Für uns Schweizerinnen auf Anhieb nicht allzu viel. Bei US-amerikanischen Touristinnen ist das autofreie Dorf im Lauterbrunnental hingegen mindestens genauso bekannt wie die drei weitaus berühmteren Destinationen. Grund dafür ist der US-Reisejournalist Rick Steves, der sich vor einigen Jahren in das kleine Dörfchen verguckt hat. «Wenn der Himmel nicht das ist, was ich mir vorstelle, schickt mich zurück nach Gimmelwald», schrieb er einst und machte seine Landsleute damit «glustig», den für ihn überirdischen Ort, welcher als idealer Ausgangspunkt für einen Ausflug aufs Schilthorn gilt, zu entdecken.

Skipisten so lang wie von Zürich nach Chicago

Die Wintersaison 2021/2022 steht vor der Tür bzw. hat in einigen Skigebieten bereits begonnen. Sind alle markierten Pisten in der Schweiz geöffnet, so stehen den Skifahrer*innen insgesamt über 7'000 Kilometer an Skipass zur Verfügung. Ganz schön beachtlich – dies entspricht etwa der Strecke von Zürich nach Chicago. Oder derjenigen von Genf auf die Seychellen. Hinzu kommen rund 5'500 Kilometer Langlauf-Loipen und über 600 Kilometer Schlittelbahnen.

Schweizer Schlösser und Burgen

Monarchie haben wir hierzulande zwar keine, aber auch ohne königliche Tradition gibt es in der Schweiz erstaunlich viele Schlösser und Burgen. 1'833 solcher Herrschafts-Häuser sind bei uns bekannt, dazu 844 sichtbare Burgen und Ruinen und 989 frühere Burgstandorte, sogenannte Burgstellen. 25 der landesweit bekanntesten Schlösser und Burgen sind zum Verband «Die Schweizer Schlösser» zusammengeschlossen. Das meistbesuchte Schloss ist übrigens das Schloss Chillon am Ufer des Genfersees, welches jährlich rund 430'000 Besucherinnen und Besucher anzieht.

Höchste Museums-Dichte

Die Schweiz ist das Land mit der weltweit höchsten Dichte an Museen. Gemäss dem Bundesamt für Statistik zählte sie im Jahr 2019 nicht weniger als 1'129 Museen. Neben allseits bekannten wie dem Landesmuseum in Zürich oder dem Olympischen Museum in Lausanne sind dabei auch einige weniger geläufige Ausstellungs-Häuser zu finden: So etwa das Froschmuseum in Estavayer-le-Lac oder das Strohmuseum in Wohlen/AG, welches sich der Geschichte der Freiämter Hutgeflechtindustrie widmet.

Aussergewöhnliche Postautostrecken

«Gfürchig. Gruslig. Nicht zum Hinschauen: Es gibt Postautostrecken, die sind nichts für schwache Nerven», schreibt das Wandermagazin Schweiz in der aktuellen Ausgabe. Tatsächlich: Von den gut 900 Linien auf dem über 16'000 Kilometer langen Strassennetz, kann einem schon mal angst und bange werden. So zum Beispiel die Strasse nach Derborence im Unterwallis, die sich mitten in einem Bergsturzgebiet befindet und streckenweise nur von einer winzigen Mauer vom abschüssigen Hang getrennt ist. Bilder dazu? Gibt es hier.

Liegestütze in Bali

Eigentlich gilt im Ferienparadies Bali schon seit August 2020 eine Maskenpflicht. Gemäss der lokalen Polizei halten sich 90 Prozent der ausländischen Touristen aber nicht an diese Anweisung. Normalerweise büsst die Polizei die Maskenverweigerer mit 100'000 indonesischen Rupiah (umgerechnet etwas mehr als 6 Franken). Wenn die Touristen das Geld aber nicht bei sich haben, bekommen sie stattdessen 50 Liegestütze aufgebrummt! «Glimpflicher» davon kommt, wer zwar eine Maske trägt, aber die Nase nicht bedeckt hat: In diesem Fall müssen Betroffene nur 15 Liegestützen absolvieren.

Der längste Ortsname in Europa

Bestimmt sind Sie auf einer Ihrer Reisen bereits auf ungewöhnliche Ortsnamen gestossen. Wetten, dass Sie den längsten Ortsnamen in Europa aber noch nicht kennen? Llanfairpwllgwyngyllgogerychwyrndrobwllllantysiliogogogoch ist der Name eines Dorfes in Wales! Der unaussprechliche, walisische Zungenbrecher bedeutet übersetzt: «Marienkirche in einer Mulde weisser Haseln in der Nähe des schnellen Wirbels und der Thysiliokirche bei der roten Höhle.»

Nie weniger als 16 Kilometer von einem See entfernt

2020 ist das Jahr, in dem Schweizerinnen und Schweizer das eigene Land – und die heimischen Seen entdecken. Davon gibt es nicht weniger als 1'500, was bedeutet, dass man in der Schweiz nie weniger als 16 Kilometer von einem See entfernt ist. Für Abkühlung ist also in allen Landesteilen jederzeit gesorgt.

Nation Brands Index

Die Schweiz hat im internationalen Vergleich gemäss dem «Nation Brands Index» ein sehr gutes Image. Sie klassierte sich 2019 auf dem – besser geht immer –, aber beachtlichen 8. Rang von insgesamt 50 möglichen Rängen und ist damit das bestklassierte Land kleiner und mittlerer Grösse. Interessant: Geographisch weiter entfernte Länder beurteilen die Schweiz tendenziell positiver als näher liegende Staaten. Eine Ausnahme bildet Deutschland, das zusammen mit Russland und China zu den Ländern zählt, welche der Schweiz die beste Bewertung gegeben haben.

Besondere Situation für den SHV

Im Zuge der Corona-Lockerungen werden die einzelnen Bereiche genau analysiert und beurteilt. Besonders ist die Situation dabei für den Schweizerischen Hängegleiter-Verband SHV. Während Tandem-Gleitschirme als touristische Dienstleister gelten und entsprechend wie die anderen touristischen Dienstleister behandelt werden, laufen die Flugschulen und Einzelpiloten unter dem Bereich «Sport». Nicht nur aus diesem Grund ist das Solofliegen wieder erlaubt: Auch das «Näheproblem» stellt sich bei diesen natürlich nicht. Der SHV hofft unabhängig von der Beurteilung darauf, dass beide Sparten bald wieder angeboten werden können.

Mehr als 65'000 Kilometer Wanderwege in der Schweiz

Würde man alle Wanderwege der Schweiz um den Äquator legen, so könnte man die Erde mehr als 1,5 Mal umrunden. In Zahlen ausgedrückt: Das Wanderwegnetz der Schweiz beträgt mehr als 65'000 Kilometer, der Umfang des Äquators im Vergleich «nur» 40'075 Kilometer. Wobei aus nicht ganz objektiver Sicht zu sagen ist, dass der Weg um den Äquator auch nur halb so schön wäre ...

Touristenankünfte wachsen

Die Touristenankünfte wachsen weiterhin schneller als die Wirtschaft. Im Jahr 2019 stieg die Zahl der Ankünfte weltweit um 4 Prozent auf 1,5 Milliarden. Dies geht aus dem UNWTO-Welttourismus-Barometer hervor. Der Nahe Osten (+ 8 Prozent) führt das Wachstum an, gefolgt von Asien und dem Pazifik (+ 5 Prozent). Die internationalen Ankünfte in Europa und Afrika (jeweils + 4 Prozent) stiegen im Einklang mit dem Weltdurchschnitt an, während der amerikanische Kontinent um 2 Prozent wuchs.

Freiwilligenarbeit 

1'348'000'000’000 (1,348 Billionen) Dollar bzw. das Doppelte des Bruttoinlandprodukts der Schweiz. So hoch ist der wirtschaftliche Nutzen, der jährlich und weltweit durch Freiwilligenarbeit generiert wird. Das haben Ökonomen der John Hopkins Universität herausgefunden. Sie halten ebenfalls fest: Freiwillige arbeiten pro Jahr insgesamt 227 Milliarden unbezahlte Stunden, sind in der Regel sehr internetaffin – und in der Mehrheit weiblich. Von den geleisteten Stunden profitiert nicht zuletzt der Tourismus: Viele Events mit touristischer Relevanz (zum Beispiel im Sport- oder Kulturbereich) könnten ohne Freiwillige gar nicht erst stattfinden. 

Wir waren die ersten auf dem Mond ...

Während des Kalten Krieges haben die USA und die Sowjetunion versucht, sich auf technologischer Ebene gegenseitig zu übertrumpfen. «Die Eroberung des Weltalls» galt damals als Gipfel des menschengemachten technologischen Fortschritts. Bei der Ankunft auf dem Mond war vorgesehen, auf dem ausserirdischen Gestein das Erstbetreten durch das Hissen der Flagge der «Entdecker» – in diesem Fall also der USA – zu kennzeichnen. Was viele nicht wissen: Noch bevor die amerikanische Flagge ins Mondgestein gesteckt wurde, stellte der Apollo-11-Astronaut Buzz Aldrin das Sonnenwindsegel der Universität Bern auf dem Mond auf. Wie sich später herausstellte, soll ein Mechaniker, der am Sonnenwindsegel gearbeitet hatte, auf dem Aluminiumstab ein kleines Schweizerkreuz eingraviert haben. Das «Space Race» haben wir dadurch natürlich nicht gewonnen, aber man könnte sagen, dass die Schweizer die ersten Weltraum- oder Mondtouristen waren.

12'000 chinesische Gäste

Die 12'000 chinesische Gäste, die im Mai dieses Jahres in 3 Wellen in die Schweiz «einmarschierten», haben für viel mediale Aufmerksamkeit gesorgt. Der Begriff des «Overtourism» ist seit dieser chinesischen Invasion wieder in aller Munde. Was viele nicht wissen: Bei der Firma Jeunesse Global, welche die Reise als Belohnung für erreichte Jahresziele finanzierte, rechnete man damit, dass «nur» etwa 3'000 Mitarbeitende die Ziele erreichen würden. Da mussten die Chefs wohl am Ende etwas tiefer in die Tasche greifen als geplant. Uns soll es recht sein: Die Reisegruppe hat in nur wenigen Tagen ca. 14 Millionen Franken ausgegeben. 

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