Swisstainable Destination Portrait: Davos
Swisstainable Destination – das Programm für ganze Tourismusdestinationen – baut auf dem Basisprogramm für Betriebe auf. Zusätzlich gibt es weitere Anforderungen, um eine nachhaltige Entwicklung über die gesamte Destination sicherzustellen.
In einer Serie im Swisstainable-Hub stellen wir euch die eingestuften Swisstainable Destinationen und deren Nachhaltigkeitsmassnahmen vor.
In diesem Portrait wird die Swisstainable Destination Davos präsentiert. Mit der Einstufung auf Level II – engaged bestätigt Davos sein nachhaltiges Engagement und zeigt, wie nachhaltige Entwicklung strategisch verankert, gemeinsam getragen und konkret umgesetzt werden kann.
Ausgangslage
Nachhaltigkeit wird in Davos als bereichsübergreifende Aufgabe verstanden. Eine Koordinationsstelle für Nachhaltigkeit fördert den internen Kompetenzaufbau, begleitet die Zusammenarbeit mit Leistungsträgern und bringt Nachhaltigkeitsthemen in der Destination voran. Ergänzt wird dies durch ein breit abgestütztes Steuerungsgremium Nachhaltigkeit mit Vertreterinnen und Vertretern aus Destination, Gemeinde, Bergbahnen, Hotellerie, Gastronomie, Landwirtschaft, Kultur und Umwelt.
Auch die Einbindung der Leistungsträger spielt eine zentrale Rolle. Betriebe werden über Informationsveranstaltungen, Partner-Newsletter, persönliche Gespräche und digitale Kanäle über Swisstainable und weitere Nachhaltigkeitsthemen informiert. Zudem bietet die Destination persönliche Beratung rund um Swisstainable und Nachhaltigkeit für lokale Leistungsträger an.
Projektverlauf
Ein Schwerpunkt der nachhaltigen Entwicklung liegt auf der Mobilität vor Ort. Mit der Massnahme «Gästekarte mit öV-inklusive» wird in Davos das Ziel verfolgt, Gästen ab der Wintersaison 2026/27 wieder freie Fahrt innerhalb der Destination zu ermöglichen. Damit soll der öffentliche Verkehr als nachhaltige Mobilitätsform gestärkt und das Gästeerlebnis verbessert werden.
Im Bereich Energie und Klima setzt die Destination auf den Klimafonds Davos, der 2021 lanciert wurde. Der Fonds unterstützt die Erreichung des Netto-Null-Ziels, indem Mittel für lokale Klimaschutzmassnahmen generiert und in konkrete Projekte investiert werden. Bis 2030 soll die Anzahl Klimafonds-Betriebe auf 30 erhöht werden.
Auch im Bereich Abfall werden in Davos konkrete Massnahmen umgesetzt. Das bestehende Projekt 4Reasons, das während des WEF überschüssige Lebensmittel aus dem Gastgewerbe verwertet und damit lokale Kinder- und Jugendprojekte unterstützt, soll zu einem ganzjährigen FoodSave Management Davos weiterentwickelt werden. Ziel ist es, Lebensmittelverschwendung auch ausserhalb des WEF systematisch zu reduzieren und weitere Betriebe einzubinden.
Mit dem Projekt «Davoser Quellwasser» verfolgt die Destination zudem das Ziel, Verpackungs- und Transportaufwand zu verringern. Gastronomiebetriebe sollen vermehrt lokales Wasser in wiederverwendbaren Flaschen anbieten und, wo Mineralwasser eingesetzt wird, stärker auf regionale Lösungen setzen.
Ausblick
Die nachhaltige Entwicklung der Destination Davos wird laufend weitergeführt. Ein wichtiges Zukunftsprojekt ist «Klosters goes Swisstainable». Da in der ersten Bewerbungsphase zunächst Davos berücksichtigt wurde, soll Klosters in einem nächsten Schritt ebenfalls in den Swisstainable-Destination-Prozess eingebunden werden. Dafür werden Mitarbeitende geschult, Bewerbungsunterlagen erarbeitet, relevante Akteure einbezogen und weitere touristische Betriebe zur Teilnahme motiviert.
Darüber hinaus setzt die Destination auf regelmässige Kommunikation und Monitoring in zentralen Nachhaltigkeitsbereichen. Gäste werden über Online- und Offline-Kanäle über nachhaltige Angebote informiert, während Leistungspartner über Newsletter, Mailings und Veranstaltungen einbezogen werden. So macht Davos Klosters sichtbar, dass nachhaltiger Tourismus als gemeinsamer, langfristiger Prozess verstanden wird.
Mehr zur Nachhaltigkeit in Davos
Die Destination Davos ist bei Swisstainable Destination auf Level II – engaged eingestuft und erfüllt damit die Grundanforderungen dieses Levels. Davos Klosters Tourismus als verantwortliche Tourismusorganisation setzt das Commitment zu einer nachhaltigen Entwicklung um, verfügt über eine Koordinationsstelle für Nachhaltigkeit, hat die Nachhaltigkeit in der Destinationsstrategie verankert und den Swisstainable-Nachhaltigkeitscheck erarbeitet. Zudem hat die Destination einen Massnahmenplan mit fünf destinationsübergreifenden Massnahmen für die nächsten vier Jahre erstellt, weist eine Durchdringung mit Swisstainable-Betrieben in der Destination aus und kommuniziert ihre Nachhaltigkeitsbestrebungen aktiv gegenüber unterschiedlichen Anspruchsgruppen. Für Level II – engaged bereitet die Destination zudem ein Monitoring von Nachhaltigkeits-Schlüsselbereichen vor bzw. führt dieses kontinuierlich weiter. Level II – engaged bei Swisstainable Destination ist keine externe Nachhaltigkeitszertifizierung.
Wieso bei Swisstainable Destination teilnehmen?
Mit einer Teilnahme bei Swisstainable trägt eine Tourismusregion massgeblich zur nachhaltigen Entwicklung des Schweizer Tourismus bei und kann sich als verantwortungsvolle Swisstainable Destination positionieren. Das Destinationsprogramm ist wie beim Basisprogramm für Betriebe in drei Levels gegliedert, um die verschiedenen Voraussetzungen und den unterschiedlichen Grad des Engagements der Tourismusdestinationen zu berücksichtigen.
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Eliane Künzler
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