Swisstainable Destination Portrait: Biel-Seeland
Swisstainable Destination – das Programm für ganze Tourismusdestinationen – baut auf dem Basisprogramm für Betriebe auf. Zusätzlich gibt es weitere Anforderungen, um eine nachhaltige Entwicklung über die gesamte Destination sicherzustellen.
In einer Serie im Swisstainable-Hub stellen wir euch die eingestuften Swisstainable Destinationen und deren Nachhaltigkeitsmassnahmen vor.
In diesem Beitrag wird die Swisstainable Destination Biel-Seeland beleuchtet, die seit Juni 2026 auf Level I – committed eingestuft ist.

Ausgangslage
Tourismus Biel Seeland hat Nachhaltigkeit in der Destinationsentwicklung verankert und eine Koordinationsstelle aufgebaut. Eine Umfrage bei touristischen Leistungsträgern zeigte den Stand der Betriebe, bestehende Massnahmen und den Bedarf an Unterstützung. Daraus entstanden Angebote für Beratung, Wissenstransfer zum Nachhaltigkeitsengagement und Vernetzung.
Projektverlauf
Zu den definierten Handlungsfeldern für die Teilnahme bei Swisstainable Destination zählen folgende:
Stärkere Sichtbarkeit von Swisstainable-Betrieben in der Region
Tourismus Biel Seeland macht Betriebe sichtbar, die bereits an Swisstainable teilnehmen oder sich in Richtung einer Nachhaltigkeitszertifizierung bewegen. Vorgesehen ist unter anderem die Darstellung engagierter Leistungsträger auf der Nachhaltigkeitsseite der Destination sowie auf einer digitalen Karte. Dabei werden Betriebe nach ihrem Nachhaltigkeitsengagement und ihrer Kategorie ausgewiesen, zum Beispiel Unterkunft, Gastronomie, Freizeitaktivität, Transport oder MICE.Entwicklung nachhaltiger Angebote
Ein zentrales Handlungsfeld ist die Entwicklung neuer touristischer Angebote mit Bezug zu Nachhaltigkeit. Die Destination arbeitet dazu mit interessierten Leistungsträgern zusammen und plant Workshops, um Kriterien für Angebote zu vermitteln, Partner zu vernetzen und buchbare Angebote zu entwickeln. Thematisch stehen unter anderem Natur, Biodiversität und Landschaft, sanfte Mobilität, Tradition und Kultur, regionale Produkte, Gastronomie, Bildung sowie Kreislaufwirtschaft im Fokus.Kommunikation zu verantwortungsvollem Verhalten in Natur- und Schutzräumen
Biel-Seeland will Gäste gezielt über verantwortungsvolles Verhalten in der Natur informieren. Dazu gehören Hinweise für sensible Naturräume, Empfehlungen gegen Littering, Informationen zu Schutzgebieten sowie Verhaltensregeln für Aktivitäten in der Landschaft. Die Destination arbeitet hierfür unter anderem mit Parc Chasseral und Natur Schule See-Land zusammen, die Wissen zu Naturorten, sensiblen Gebieten, Artenvielfalt und Verhaltensempfehlungen einbringen.Förderung regionaler Produkte
Regionale Produkte und kurze Wertschöpfungsketten sind Teil der Angebotsentwicklung. Die Destination will beispielsweise den Weinbau und damit verbundene Erlebnisse stärker sichtbar machen und in touristische Angebote einbinden, zum Beispiel über Kooperationen zwischen Gastronomie, Landwirtschaft, Weinbau und weiteren regionalen Partnern.Förderung sanfter Mobilität
Die Mobilität wird sowohl in der Angebotsentwicklung als auch in der Gästeinformation berücksichtigt. Geplant sind unter anderem Informationen zu sanfter Mobilität, Wander- und Velorouten, öffentlichem Verkehr sowie Aktivitäten, die ohne Auto oder mit umweltschonenden Verkehrsmitteln erreichbar sind. Bei der Beurteilung nachhaltiger Angebote spielt zudem eine Rolle, ob ein Angebot mit öffentlichem Verkehr oder sanfter Mobilität erreichbar ist.Förderung der Barrierefreiheit
Barrierefreiheit ist ein eigener Schwerpunkt der nachhaltigen Destinationsentwicklung. Biel-Seeland berücksichtigt dabei Programme und Partner wie OK:GO sowie Claire & George. Ziel ist es, Informationen zur Zugänglichkeit touristischer Angebote sichtbarer zu machen und Leistungsträger für barrierefreie Angebote zu sensibilisieren.Einbindung von Fachpartnern aus Biodiversität, Energie, Gastronomie und Zugänglichkeit
Die Destination arbeitet mit Partnern zusammen, die Fachwissen in zentralen Nachhaltigkeitsthemen einbringen. Dazu gehören Solar Plattform Seeland für Energieeffizienz, Gastro Futura und regionale Gastronomiebetriebe für nachhaltige Ernährung, Parc Chasseral und Natur Schule See-Land für Biodiversität und Naturvermittlung sowie Claire & George und OK:GO für Zugänglichkeit. Diese Partner unterstützen die Destination unter anderem bei Workshops, Leitfäden, Verhaltensempfehlungen und der Entwicklung nachhaltiger Angebote.
Ausblick
Biel-Seeland will weitere Betriebe für Swisstainable gewinnen, bestehende Partner begleiten und nachhaltige Angebote weiterentwickeln. Geplant sind zusätzliche Massnahmen für Geschäftstourismus, die Weiterführung der Partnerkommunikation und die stärkere Sichtbarkeit verantwortungsvoller Gästeerlebnisse.
Mehr zur Nachhaltigkeit in Biel-Seeland
Biel-Seeland ist bei Swisstainable Destination auf Level I – committed eingestuft und erfüllt damit die Grundanforderungen dieses Levels. Biel Seeland Tourismus als verantwortliche Tourismusorganisation setzt das Commitment zu einer nachhaltigen Entwicklung um, verfügt über eine Koordinationsstelle für Nachhaltigkeit, hat die Nachhaltigkeit in der Destinationsstrategie verankert und den Swisstainable-Nachhaltigkeitscheck erarbeitet. Zudem hat die Destination einen Massnahmenplan mit fünf destinationsübergreifenden Massnahmen für die nächsten vier Jahre erstellt, weist eine Durchdringung mit Swisstainable-Betrieben in der Destination aus und kommuniziert ihre Nachhaltigkeitsbestrebungen aktiv gegenüber unterschiedlichen Anspruchsgruppen. Level I – committed bei Swisstainable Destination ist keine externe Nachhaltigkeitszertifizierung.

Wieso bei Swisstainable Destination teilnehmen?
Mit einer Teilnahme bei Swisstainable trägt eine Tourismusregion massgeblich zur nachhaltigen Entwicklung des Schweizer Tourismus bei und kann sich als verantwortungsvolle Swisstainable Destination positionieren. Das Destinationsprogramm ist wie beim Basisprogramm für Betriebe in drei Levels gegliedert, um die verschiedenen Voraussetzungen und den unterschiedlichen Grad des Engagements der Tourismusdestinationen zu berücksichtigen.
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Oliver von Allmen
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