Best Practice: Nachhaltige Entwicklung im Schweizer Tourismus

Egal ob Hotel, Bergbahn, Tourist Office oder ganze Destinationen – jeder kann einen Beitrag an eine nachhaltige Entwicklung im Schweizer Tourismus leisten. Auf dieser Seite finden Sie konkrete Beispiele, wie Nachhaltigkeit umgesetzt werden kann.

Schweizerische Bundesbahnen SBB

Die SBB ist europaweit eine der umweltfreundlichsten Bahnen.

  • 90% Wasserkraft im Bahnstrommix, Betrieb von eigenen Wasserkraftwerken (vgl. Deutsche Bahn: 35% erneuerbare Energien)
  • Durchgehend elektrifiziertes Schienennetz (99.3%) (vgl. Deutsche Bahn: 58.8%)
  • Eine Fahrt mit der SBB verbraucht ca. vier mal weniger Energie und stösst 20 Mal weniger CO2 aus, als eine vergleichbare Fahrt mit dem Auto.
  • Einführung von Hybrid-Lokomotiven für Rangier-Dienst
  • Wiederherstellung von Wanderkorridoren von Wildtieren
  • Ziel: Bis 2025 nur noch Strom aus erneuerbaren Energien

Postauto Schweiz

Postauto Schweiz hat das Ziel, unabhängig von fossilen Brennstoffen zu werden.

  • Seit 2010 Einführung von Hybridantrieben (Diesel-Elektro). Im Jahr 2015 bereits 29 Hybrid-Fahrzeuge im Einsatz
  • Bau der ersten Wasserstofftankstelle der Schweiz. Wasserstoffgewinnung direkt über Elektrolyse (Wasser und Strom). 100% aus erneuerbaren Energiequellen
  • Mindestens 5 Brennstoffzellenautos im Einsatz. Emissionen: Reiner Wasserdampf
  • Schulung des Personals nach EcoDrive (2200 Fahrzeuge)
  • Seit 2010 Unterzeichner Charta für nachhaltige Entwicklung UITP (Union International des Transports Publics)

Solarskilift Tenna

Der erste Solarskilift der Welt produziert mehr Strom als er verbraucht.
Die überschüssige Energie wird in das Netz eingespiesen.

  • Produktion: 90’000 kWh pro Jahr
  • Verbrauch: 29’000 kWh pro Jahr
  • Förderleistung: 800 Personen pro Stunde

Die Genossenschaft Tenna mit über 100 Mitgliedern schafft es somit, einen ökologischen und rentablen Skiliftbetrieb zu führen. Der Skilift ist insbesondere bei Familien sehr beliebt.

Monte Rosa Hütte

Die neue Monte Rosa Hütte auf 2’883 m.ü.M wurde 2009 eröffnet und setzt neue technologische Massstäbe.

  • Holzbauweise mit Aluminiumhülle
  • 90% der Energie mit Solarenergie gedeckt (Photovoltaik und Solarthermie)
  • Wasserbedarf durch Sammlung von Schmelzwasser gedeckt
  • Eigenes Blockheizkraftwerk und Wasserreinigungsanlage
  • Intelligentes Energiemanagement (Regelungssystem)

 

Switzerland Explorer

Der erste elektrische Tourbus der Welt. Die angebotenen Tagestouren führen z.B. in die UNESCO Biosphäre Entlebuch oder zum Rhonegletscher. Der nachhaltige Tourismus, insbesondere lokale Lebensmittel und die lokale Kultur werden gefördert.

  • 100% elektrischer, umweltfreundlicher und komfortabler Tourbus, Reichweite ca. 300km
  • Authentisch und abseits der Touristenströme
  • Feines, typisch lokal hergestelltes Essen
  • Kontakt zu einheimischer Bevölkerung

Solarkatamaran

Der weltgrösste solarbetriebene Passagierkatamaran MobiCat der Bielersee-Schifffahrtsgesellschaft BSG hat während elf Jahren mehr als 20'000 Kilometer mit Sonnenenergie zurückgelegt.

  • Platz für 150 Passagiere
  • 33m Länge
  • Eintrag im Guiness Buch der Rekorde. Distanz von 10km in weniger als einer Stunde mit einem Verbrauch von 24.2 kWh

Paléo Festival Nyon

Am Paléo Festival, wie auch bei vielen anderen Schweizer Festivals und Events, wird Nachhaltigkeit konkret umgesetzt. Hier am Beispiel Paléo: 

  • Förderung des öffentlichen Verkehrs durch Sonderpreise und Gratiszüge
  • Wiederverwendbare und mit Pfand belegte Trinkbecher
  • 51% aller übrigen Abfälle werden getrennt
  • Paléo fördert das Angebot von lokalen, biologischen und vegetarischen Lebensmitteln, insbesondere von Schweizer Weinen
  • 100% des Strombedarfs wird durch erneuerbare Energien gedeckt

Schweizer Jugendherbergen

Die Schweizer Jugendherbergen sind Pioniere in Sachen Nachhaltigkeit.

  • Zertifizierung mit EU-Umweltzeichen und dem ibex fairstay Label
  • Bauten gemäss Minergie-P-Eco-Standard (Interlaken, Gstaad)
  • Der spezifische CO2-Ausstoss für die Raumwärme wurde 2013 im Vergleich zum Jahr 2000 um 44.9 Prozent reduziert
  • Die gesamte Elektrizität wird mittels Schweizer Wasserkraft CO2-neutral bezogen
  • In fünf Jugendherbergen wird Strom mittels Photovoltaik produziert. Wärme kommt inzwischen in sechs Jugendherbergen von Holzheizungen, in zwei aus einer Wärmepumpe und in einer aus einem solaren Fernwärmenetz
  • 14 Jugendherbergen produzieren ihr Warmwasser mittels Sonnenkollektoren
  • gute Qualität und faire Löhne
  • 23 Häuser für Personen mit Behinderungen geeignet
  • Der Einkauf von regionalen Frischprodukten und Produkten mit dem Fairtrade-Gütesiegel der Max Havelaar-Stiftung

Grimselwelt

Symbiose zwischen Natur und Technik: In der Grimselwelt erlebt man die Produktion von Energie durch Wasserkraft, wie auch die atemberaubende Landschaft und Naturschätze.

  • Geführte Touren in den Wasserkraftwerken der KWO
  • Gratis E-Tankstellen
  • Präsentation von lokalem Handwerk (Strahlen, Handweben, Filzen)
  • Wanderungen und Skitouren
  • Kristallkluft
  • Erstklassige Gastrononomie und Hotellerie, wie auch SAC-Hütten
  • Grimsel Hospiz als erstes elektrisch beheizbares Haus Europas (anno 1932)

Schweizer Pärke

In der Schweiz gibt es heute sechzehn Pärke in der Betriebsphase und drei weitere in der Erstellungphase. Diese erstrecken sich insgesamt auf über 640’000 Hektar Fläche, also 15.5% der Fläche der Schweiz. Es werden folgende Kategorien unterschieden:

  • Nationalpärke
  • Regionale Naturpärke
  • Naturerlebnispärke

Die Schweizer Pärke sind ein Erfolgsmodell. Das Netzwerk Schweizer Pärke verfolgt die Ziele zur Erhaltung und Aufwertung der Natur-, Landschafts- und Kulturwerte, Förderung der Umweltbildung und Stärkung der nachhaltig betriebenen Wirtschaft.

UNESCO Welterbestätten

Das internationale Übereinkommen von 1972 (Welterbekonvention) schützt die einzigartigen Kultur und Naturstätten der Schweiz, um sie für zukünftige Generationen zu erhalten.

  • Drei Burgen von Bellinzona
  • Altstadt von Bern
  • Rhätische Bahn Albula/Bernina
  • la Chaux-de-Fonds, Le Locle
  • Lavaux, Weinberg-Terrassen
  • Monte San Giorgio
  • Schweizer Alpen Jungfrau-Aletsch
  • Stiftsbezirk St.Gallen
  • Tektonikarena Sardona
  • Benediktinerinnen-Kloster St.Johann, Müstair
  • Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen
  • Biosphäre Entlebuch

Der Verein World Heritage Experience Switzerland (WHES) fördert die nachhaltige Vermarktung und Angebotsgestaltung der Welterbestätten.

Autofreie Ferienorte

Schweiz ist international bekannt für autofreie Ferienorte. Es gibt mindestens 9 offiziell autofreie Orte, welche alle mit dem öffentlichen Verkehr gut erreichbar sind.

  • Bettmeralp
  • Wengen
  • Saas-Fee
  • Zermatt
  • Rigi
  • Mürren
  • Braunwald
  • Stoos
  • Riederalp

Der Gast profitiert von der hohen Luftqualität, wenig Lärm und hoher Bewegungsfreiheit in den Strassen. Die Gemeinschaft autofreier Schweizer Tourismusorte (GaST) engagiert sich seit 1988 mit dem Ziel, dem Gast einen hohen Erholungswert zu bieten.

Langsame Mobilität

Die Schweiz ist ein Paradies für langsame Mobilität. Die Stiftung SchweizMobil koordiniert und fördert die Entwicklung des Langsamverkehrs, insbesondere Wandern, Velofahren, Mountain-Biken, Skaten und Kanufahren.

  • 65’000 km Wanderwege (1.5 Mal die Distanz um die Erde)
  • Total: Netz aus 23 nationalen, 151 regionalen und 535 lokalen Routen (Total 35’800 km ausgeschildert mit 150’000 Wegweisern und 520 Infopoints.)
  • Interaktive (App) und gedruckte Karten (swisstopo) von hoher Qualität

Der Verband Schweizer Wanderwege und seine 26 kantonalen Wanderweg-Fachorganisationen unterhalten das weltweit einzigartige Netzwerk von Wanderwegen. Sie setzen sich seit 1934 für ein attraktives, sicheres und einheitlich signalisiertes Wanderwegnetz ein und fördert das Wandern als naturnahe, erlebnisreiche Freizeitaktivität.

Weitere Best Practices

Aquarel Solarboote

Praktisch lautlose Fahrt auf dem Genfersee, nur mit Solarenergie.

Solarseilbahn Wildhaus-Gamplüt Einzig vollständig solarbetriebene Gondelbahn der Welt (2012).
Myclimate Audio Adventure Audio Adventures zum Thema Klimaschutz an 12 verschiedenen Standorten in der Schweiz.
Stadtführung für Menschen mit Sehbehinderung Erlebe Zürich mit vier Sinnen. In Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Blindenbund.
Jungfrau Klima Guide Der Klimawandel auf 7 verschiedenen Pfaden selbst erleben.
Kambly Erlebnis Tour 30km lange E-Bike Rundtour. Besuch von lokalen Rohstoffproduzenten und Kambly in Trubschachen. Inkl. Guetzli-Degustation. 
La bénichon du pays de fribourg Drei Tage Freiburger Traditionen. Regionales Essen, Handwerk und Markt. Mittelpunkt ist der Alpabzug mit Rahmenprogramm. 
Fondation Pierre Arnaud Zentrum für Kunst und Tourismus. Einzigartige Architektur mit Fassade aus 84 Solar Panels, direkt am See. Einheimische Produkte und Weinkarte.
Maya Boutique Hotel Ein romantisches, aus Strohballen gebautes Haus, eingebettet ins Val d’Hérens Tal.
Hof Biobuchli Der Familienbetrieb mit Ferienhaus produziert vor Ort Bio-Fleischspezialitäten und Solarstrom.
Romantik Hotel Muottas Muragl

Erstes Plusenergie-Hotel des Alpenraums. Röhrenkollektoren, Erdwärme und Photovoltaik. Produziert in der Jahresbilanz mehr Energie, als das Gebäude benötigt.

Biosphärenakademie In der Biosphärenakademie werden naturnahe und nachhaltige Kurse, Exkursionen und Weiterbildungen angeboten. Von Wildkräuterküche über Naturkosmetik bis Alphorn spielen.
Erlebnis Agrovision Bio-Hof, Bio-Käserei, Bio-Fleischverarbeitung, Bio-Markt und vieles mehr. Ein Ort der Begegnung mit Führungen und Kursen.