Fremdenverkehrsbilanz der Schweiz im Jahr 2017

Neuchâtel, 28.Juni 2018 (BFS) – Der Saldo der Fremdenverkehrsbilanz fiel 2017 das zweite Jahr in Folge negativ aus. Das bedeutet, dass Schweizerinnen und Schweizer während ihrer Reisen im Ausland mehr ausgaben als ausländische Gäste während ihrer Reisen in der Schweiz. Gemäss ersten Schätzungen des Bundesamtes für Statistik (BFS) beläuft sich der Saldo der Fremdenverkehrsbilanz in einem nach wie vor von der Frankenstärke geprägten Wirtschaftsumfeld auf nunmehr –122 Millionen Schweizer Franken.
Die Schweizer Wohnbevölkerung gab im Ausland 16,1 Milliarden Schweizer Franken aus, d.h. 0,5% mehr als im Jahr 2016. Die Ausgaben der ausländischen Gäste in der Schweiz stiegen indessen um 1,6% auf 16,0 Milliarden Schweizer Franken.
Nachdem die Einnahmen aus dem Fremdenverkehr im Jahr 2015 aufgrund der Frankenstärke einen Dämpfer erhalten hatten (–3,4%), erholten sie sich 2016 und 2017. Die Einnahmen fielen 2017 mit insgesamt 16,0 Milliarden Schweizer Franken 1,6% höher aus als im Vorjahr. Rund zwei Drittel der Einnahmen stammten aus dem Reiseverkehr mit Übernachtungen.
Die Einnahmen aus dem Reiseverkehr mit Übernachtungen kehrten nach zwei rückläufigen Jahren wieder auf den Wachstumspfad zurück. Im Vergleich zu 2016 stiegen sie 2017 um 192 Millionen Franken (+1,9%) auf 10,6 Milliarden Franken an. Diese Entwicklung ist hauptsächlich auf das Logiernächteplus in der Hotellerie und Parahotellerie zurückzuführen, das durch den Rückgang der pro Logiernacht getätigten Ausgaben nur geringfügig abgeschwächt wurde. Insgesamt nahmen die Ausgaben dieses Gästesegments um 3,2% zu. Im Gegensatz dazu schrumpften die Einnahmen aus Studien- und Spitalaufenthalten 2017 um 1,3% (–40 Millionen Schweizer Franken).

Auch die Einnahmen aus dem Tages- und Transitverkehr gingen im Jahr 2017 zurück (–0,3%). Die erneute Zunahme der Anzahl ausländischer Grenzgängerinnen und Grenzgänger sowie Kurzaufenthalterinnen und Kurzaufenthalter widerspiegelte sich in einer weiteren Erhöhung derer Konsumausgaben im Jahr 2017. Letztere stiegen um 2,7% auf insgesamt 2,6 Milliarden Franken. Schweizerinnen und Schweizer geben immer mehr im Ausland aus 2017 schwächte sich der Schweizer Franken gegenüber der Mehrheit der ausländischen Währungen ab. Diese Abwertung fand überwiegend in der zweiten Jahreshälfte statt, erreichte den 2015 von der Schweizerischen Nationalbank aufgehobenen Franken-Euro-Mindestkurs jedoch nicht. Die Preise blieben im Vergleich zum Ausland hoch, obschon sich die Preisunterschiede generell verringerten. Die Ausgaben der Schweizer Wohnbevölkerung für Reisen im Ausland blieben 2017 mit einem Total von 16,1 Milliarden Schweizer Franken robust (+0,5% gegenüber dem Vorjahr).
Fast drei Viertel dieser Ausgaben, d.h. 12,0 Milliarden Schweizer Franken, waren auf den Reiseverkehr mit Übernachtungen zurückzuführen. Die Zahl der Logiernächte der Schweizerinnen und Schweizer im Ausland ist gemäss den provisorischen Schätzungen des BFS zwar gesunken, dennoch wurden aufgrund des Preisanstiegs (in Schweizer Franken) insgesamt 1,8% mehr ausgegeben. Nachdem die Ausgaben für den Tages- und Transitverkehr bereits 2016 geringer ausgefallen waren, gingen sie 2017 weiter zurück (–3,3%). Mit 4,1 Milliarden Schweizer Franken lagen sie aber noch immer über dem Niveau der Jahre vor der starken Frankenaufwertung im Jahr 2015.
 

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