Freizeit- und Sportaktivitäten bergen Risikopotential

Der Bundesrat hat am 30.11.2011 das VBS beauftragt, ein Vernehmlassungsverfahren durchzuführen. Das Parlament hat 2010 das Bundesgesetz über das Bergführerwesen und Anbieten weiterer Risikoaktivitäten verabschiedet. Es geht auf die parlamentarische Initiative Cina zurück, die am 29.6.2000 im Nachgang zu den schweren Unfällen im Berner Oberland (Saxetbach und Bungee-Unfall in Stechelberg) eingereicht wurde.

Der Tourismus ist in ganz besonderem Mass darauf angewiesen, dass die Sicherheit der Gäste aus aller Welt gewährleistet ist. Ein Besuch der Schweiz ist, gerade im Zusammenhang mit Risiko-aktivitäten, mit der Erwartung an höchste Professionalität verbunden. «Leadership through Quality» ist diesbezüglich nicht bloss Unternehmenscredo von Schweiz Tourismus, sondern muss auch die Einstellung aller touristischen Leistungsträger prägen. Auf Basis von Trendanalysen wird sich die Schweiz zudem künftig noch intensiver der Positionierung als «garantiert spannendes und aufregendes, aber gleichzeitig sicheres Abenteuerland» (Sommer- und Wintersaison) widmen wollen und damit Wachstumschancen im harten internationalen Wettbewerb wahrnehmen können.

Der STV verlangt in seiner Stellungnahme vom 26.3.2012 die Überarbeitung der Verordnung. Es soll insbesondere besser zum Ausdruck kommen, dass,

  • die Sicherheit des Gastes im Zentrum steht und nicht die Anerkennung oder gar Abgrenzung staatlich anerkannter Berufsprofile mit individueller Ausprägung in einzelnen Tätigkeitsgebieten.
  • sich die Verordnung nicht auf die Bewilligungspflicht für Bergführer/innen, Schnee-sportlehrer/innen, Wander- und Kletterleiter/innen beschränkt, sondern auch entsprechend zertifizierte Outdoor-Unternehmungen einschliessen. Dazu sind die bewilligungspflichtigen Aktivitäten näher zu umschreiben.
  • neu konzipierte Trend- und Sportaktivitäten auf deren Risikogehalt geprüft und gegebenenfalls in den Geltungsbereich der Verordnung aufgenommen werden.
  • der administrative Zusatz-/Aufwand, inkl. Kostenfolgen, für die Leistungsträger in vertretbaren Grenzen gehalten wird. Zudem sollen die Qualifikationsvorgaben maximal klar und verständlich für die entsprechende gewerbsmässige Umsetzung im entsprechenden Gelände sein.

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