Chance zur Sicherung der Investitionsfähigkeit vorerst verpasst

Der Nationalrat hat heute eine Motion für ein Investitionsprogramm im Tourismussektor knapp abgelehnt. Das Investitionsprogramm hätte sicherstellen sollen, dass der von der Pandemie stark betroffene Tourismussektor auch in Zukunft investitions- und wettbewerbsfähig bleibt. Zugestimmt hat er dagegen zwei tourismusrelevanten Motionen von Ständerat Hans Stöckli und Nationalrat Damien Cottier.

Die Corona-Pandemie hat touristische Betriebe entlang der gesamten Wertschöpfungskette unverschuldet in grosse finanzielle Schwierigkeiten gebracht. Sie kämpfen mit steigender Verschuldung und haben gleichzeitig nur erschwerten Zugang zu Krediten. Hinzu kommt, dass aufgrund der aktuellen epidemiologischen Lage unklar ist, wann sich der Tourismus auf nationaler und internationaler Ebene wieder stabilisieren wird. Aus diesen Gründen ist die Tourismuswirtschaft auf ein Investitionsprogramm angewiesen, welches die Qualität der Infrastruktur und damit die internationale Wettbewerbsfähigkeit sicherstellt. Das befristete Investitionsprogramm gemäss Motion 21.3018 hätte genau diese Lücke füllen können. Mit der Ablehnung der Motion hat der Nationalrat heute die Chance verpasst, ein starkes Zeichen für einen hochwertigen Schweizer Tourismus zu setzen. 

Unterstützung für alpine Beherbergungsbetriebe
In der Beherbergungsbranche ist grosses Potenzial vorhanden, den CO2-Austoss zu reduzieren. Deshalb ist es erfreulich, dass der Nationalrat dem Ständerat gefolgt ist und die Motion 19.3234 von Hans Stöckli, welche ein Impulsprogramm für die Sanierung von Beherbergungsbetrieben im alpinen Raum fordert, angenommen hat. Damit anerkennt auch der Nationalrat das grosse Potenzial für eine klimafreundliche Beherbergungsindustrie in der Schweiz. Das Tor für energetische Gebäudesanierungen, welche sich für die Betriebe langfristig kostensenkend und somit wettbewerbssteigernd auswirken, ist geöffnet. 

Fokus auf Nachhaltigkeit und Innovation
Ebenfalls angenommen hat der Nationalrat heute die Motion 21.3278 von Nationalrat Damien Cottier für ein wirksames und auf Nachhaltigkeit und Innovation ausgerichtetes Unterstützungsprogramm. Diese nimmt den Geist des Recovery-Programms des Bundes auf und bekräftigt den von den Tourismusverbänden eingeschlagenen Weg zum Aufbau eines nationalen «Kompetenzzentrums Nachhaltigkeit». Der Bund ist nun aufgefordert, den Tourismussektor bei den anstehenden Projekten im Bereich Nachhaltigkeit zu unterstützen. Die vorgesehenen Gelder des Recovery-Programmes sowie das Impulsprogramm gemäss der Motion Cottier allein werden aber langfristig nicht ausreichen, um die Qualität des Schweizer Tourismus zu sichern. 

Für Auskünfte stehen Ihnen zur Verfügung:

  • Nicolo Paganini, Präsident Schweizer Tourismus-Verband, Tel. +41 (0)79 605 19 43
  • Casimir Platzer, Präsident GastroSuisse, Tel. +41 (0)44 377 53 53
  • Andreas Züllig, Präsident HotellerieSuisse, Tel. +41 (0)79 236 54 58
  • Hans Wicki, Präsident Seilbahnen Schweiz, Tel. +41 (0)79 632 72 48
  • Janine Bunte, Präsidentin Parahotellerie Schweiz, Tel. +41 (0)79 654 03 10