Lockerungen gehen zu wenig weit

Der Schweizer Tourismus wird auch im März 2021 kaum mit Erholung rechnen können. Zwar präsentierte der Bundesrat heute eine schrittweise Lockerungsstrategie – die Perspektiven für die verbleibende Wintersaison bleiben aufgrund der weiterhin geschlossenen Restaurants aber düster. Der Schweizer Tourismus-Verband nimmt positiv zur Kenntnis, dass die Härtefallhilfen weiter aufgestockt werden. Wie mehrmals gefordert, müssen diese Hilfen aber zeitnah und unbürokratisch fliessen.

Der Bundesrat hat anlässlich der heutigen Sitzung einen Zeitplan bekannt gegeben, welcher vorsieht, Läden zu öffnen und erste Freizeitaktivitäten im Freien wieder zuzulassen. Die so wichtige Öffnung der Restaurants, oder zumindest der Terrassen, lässt aber wohl weiter auf sich warten. Eine Lockerung im Bereich der Restauration ist frühestens per April 2021 zu erwarten und selbst dann sprach der Bundesrat heute nur von einer möglichen Öffnung der Terrassenbereiche. Eine Erholung entlang der gesamten touristischen Wertschöpfungskette ist unter diesen Voraussetzungen vorerst nicht zu erwarten – die Hoffnung auf einen ansprechenden Verlauf der restlichen Wintersaison bleibt aus.

Härtefallhilfen nochmals aufgestockt
Der Bundesrat stockt die Gelder für die Härtefallhilfen um weitere fünf Milliarden auf. Insgesamt haben Bund und Kantone nun insgesamt zehn Milliarden für die Unterstützung von Härtefällen vorgesehen. Wichtig bleibt aus Sicht des Tourismus weiterhin eine möglichst schnelle und unbürokratische Auszahlung in den Kantonen. «Mehr als zwei Drittel» der Kantone haben gemäss Aussage von Bundesrat Ueli Maurer überhaupt erst mit der Auszahlung begonnen, was angesichts der Lage höchst unbefriedigend ist. Umso mehr, als dass der Bundesrat die Wiedereinführung des Solidarbürgschafts-Systems zwar weiter prüft, aber vorerst nicht auslöst.

Wintertourismus als starker Wirtschaftsfaktor
Die Bedeutung des Wintertourismus (November bis April) ist in der Schweiz enorm: Er macht in normalen Zeiten gemessen an den Logiernächten etwas über 40 Prozent der gesamten Tourismuseinnahmen aus. Angesichts der typischerweise höheren Pro-Kopf-Ausgaben von Wintertouristen entfällt volkswirtschaftlich gesehen sogar gegen die Hälfte aller Einnahmen auf den Wintertourismus. Dies entspricht in einer normalen Saison etwa 9 bis 10 Milliarden Franken. In der aktuellen Saison 20/21 dürfte nur ein Bruchteil dieser Zahlen erreicht werden.  

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