Konkrete Planung vorerst nur für Restaurants möglich

Gemischte Gefühle bei den Tourismusverbänden: Der Wunsch nach Klarheit und Planungssicherheit, den sie in einem offenen Brief an Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga sowie im Rahmen des Tourismusgipfels vom 26. April platziert hatten, ist nur teilweise erhört worden. An der heutigen Medienkonferenz hat der Bundesrat seine Pläne für eine Öffnung der gastgewerblichen Betriebe präsentiert. Unklar ist hingegen – trotz Bekenntnissen des Bundesrats für eine Sommersaison 2020 – wie der Zeitplan für andere touristische Bereiche aussieht.

Restaurants dürfen mit entsprechenden Auflagen und unter Einhaltung der Abstandsregeln ab dem 11. Mai wieder Gäste empfangen. Noch warten müssen hingegen die Bergbahnen, welche trotz vorgelegtem Schutzkonzept bisher keinen konkreten Öffnungstermin in Aussicht gestellt bekommen haben. Das gleiche gilt für andere touristische Teilbereiche wie die Schifffahrt. Klarheit wird wohl frühestens am 27. Mai herrschen. Dann will der Bundesrat seine Pläne für die dritte Lockerungs-Etappe ab dem 8. Juni bekannt geben. Die Branche, welche ihre Wertschöpfung nur vollständig erbringen kann, wenn allen Teilbranchen die Öffnung zeitnah wieder erlaubt ist, muss sich weiterhin in Geduld üben. Gleichzeitig verspricht sie, Massnahmen zum Schutz der Bevölkerung und der Mitarbeitenden gemäss den Vorgaben umzusetzen.

Zweiter Tourismusgipfel geplant
Die Gelegenheit, offene Punkte bzw. Planungsunsicherheiten zu diskutieren, ergibt sich in knapp einem Monat: Am Sonntag, 24. Mai 2020, empfangen Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga, Vizepräsident Guy Parmelin und Gesundheitsminister Alain Berset die Vertreter der Tourismus-Allianz zu einem zweiten Treffen im Bundeshaus. Im Hinblick auf die Planung des touristischen Sommers ist dies aber sehr spät. Die Branche strebt eine raschere Klärung an.

Noch keine Alternative zu «stay home»
Die Ankurbelung der touristischen Nachfrage kann mit der Anweisung «Bleiben Sie zuhause» nicht gelingen. Die Verbände hatten mit dem Bundesrat daher über mögliche Alternativen diskutiert. Ein Vorschlag wurde diesbezüglich heute nicht präsentiert. Die Öffnung des öffentlichen Verkehrs ab dem 11. Mai impliziert aber zumindest, dass das Reisen in beschränktem Masse und unter Einhaltung der Empfehlungen des BAG betreffend Hygiene und sozialer Distanz wieder möglich ist. Auch hier erwartet die Branche eine rasche Klärung durch den Bundesrat.

Weitere Unterstützungsmassnahmen nötig
Um Liquiditätsprobleme, drohende Überschuldungen und Konkurse bei touristischen Betrieben auf breiter Front abzuwenden, braucht es ergänzend weitere Unterstützungsmassnahmen seitens der Politik. Die Tourismusbranche fordert nach wie vor, dass einfache Covid-19-Kredite für die gesamte Laufzeit zinsfrei vergeben werden sowie einen Rückzahlungserlass dieser Kredite in Härtefällen. Zudem ist die touristische Nachfrage mit einem Konjunktur- und Impulsprogramm für das In- und Ausland anzukurbeln.

Zur Medienmitteilung

Für weitere Auskünfte stehen zur Verfügung:

  • Nicolo Paganini, Präsident Schweizer Tourismus-Verband, Tel. +41 (0)79 605 19 43
  • Casimir Platzer, Präsident GastroSuisse, Tel. +41 (0)44 377 53 53
  • Andreas Züllig, Präsident HotellerieSuisse, Tel. +41 (0)31 370 41 40
  • Janine Bunte, Präsidentin Parahotellerie Schweiz, Tel. +41 (0)79 654 03 10
  • Leonie Liesch, Präsidentin Verband Schweizer Tourismusmanager,
    Tel. +41 (0)78 742 74 87
  • Stefan Schulthess, Präsident Verband Schweizer Schifffahrtsunternehmen,
  • Tel. +41(0)79 300 20 33
  • Stefan Müller-Altermatt, Präsident Netzwerk Schweizer Pärke, Tel. +41 (0)76 332 15 26
  • Hans Wicki, Präsident Seilbahnen Schweiz, Tel. +41 (0)79 632 72 48
  • Damian Constantin, Präsident Konferenz der regionalen Tourismusdirektoren der Schweiz (RDK), Tel. +41 (0)79 664 42 62
  • Ueli Stückelberger, Direktor Verband öffentlicher Verkehr, Tel. +41 (0)79 613 77 01
  • Davide Codoni, Direktor Swiss Snowsports, Tel. +41 (0)79 774 43 45