Zum Ende der Amtszeit: 3 Fragen an Dominique de Buman

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Nach 16 Jahren wurde STV-Präsident Dominique de Buman Ende September aus dem Nationalrat verabschiedet. Aufgrund einer Amtszeitbeschränkung, die in den Statuten der CVP Fribourg festgeschrieben ist, kann er nicht mehr für eine weitere Periode antreten. Als STV-Präsident bleibt er hingegen noch bis Ende März 2020 im Amt. Wie fällt seine Bilanz aus? Antworten gibt es hier.

Unermüdlich hat sich der 63-jährige Dominique de Buman in den vergangenen Jahren im Parlament eingesetzt – und als Höhepunkt den Nationalrat im Jahr 2018 gar präsidiert. Als langjähriges Mitglied der WAK konnte er zudem auch in der Kommissionsarbeit einige Eckpfeiler setzen. 16 Jahre im Politbusiness sind eine lange Zeit – und Grund genug, bei «unserem» Präsidenten den Puls zu fühlen:

Wie fällt Ihre Bilanz nach 16 Jahren im Nationalrat aus?
Ich bin stolz und fühle mich privilegiert, dass ich die Freiburger Bevölkerung im Parlament vertreten durfte. Hier werden die wichtigen Fragen der Gesellschaft behandelt, denn es gibt immer mehr und immer grössere Herausforderungen, für die es Lösungen braucht. Ich war 14 Jahre lang Mitglied der Kommission für Wirtschaft und Abgaben (WAK), wo ich vor allem die Interessen unserer Branche vertrat. Als Präsident des Nationalrats von 2017 bis 2018 wurde mir bewusst, dass die Schweiz im Ausland eine grosse Ausstrahlung hat, weshalb wir unsere Politik der Öffnung unbedingt weiterführen müssen.

 Auf welche tourismuspolitische Errungenschaft sind Sie am stolzesten?
Alle vier Jahre legt das Parlament im Rahmen der Standortförderung den Zahlungsrahmen für die Wirtschaft und den Tourismus fest. Ich war jedes Mal Berichterstatter einer Kommission oder einer Arbeitsgruppe. Die Wünsche der Branche wurden jedes Mal ein wenig mehr erfüllt. 2019 erhielt Schweiz Tourismus vom Parlament 230 Millionen und Innotour 30 Millionen zugesprochen. Das ist ein beachtlicher Erfolg. Zudem habe ich eine Verlängerung des Mehrwertsteuer-Sondersatzes für die Hotellerie um 10 Jahre erzielt. Vorher wurde der Hotellerie-Satz nur um jeweils vier Jahre verlängert! Auf der anderen Seite wurden die Bergbahnen teilweise von der Mineralölsteuer befreit, die schwer auf ihnen lastete. Auch hier wurde eine alte Forderung erfüllt.

Welche Tipps und Empfehlungen geben Sie dem Schweizer Tourismus mit auf den Weg?
Ich rate den Akteuren im Tourismus seit Jahren, ihre persönliche Vision aus privatwirtschaftlicher Sicht zu verfolgen und sich nicht nur auf den Staat zu verlassen. Ich freue mich, dass dieser Appell offensichtlich angekommen ist und sich autonome Strategien entwickeln. Ich plädiere zudem weiterhin für eine Stärkung des Schweizer Tourismus-Verbands, damit die politischen Positionen gemeinsam formuliert werden. Dies würde Personaleinsparungen und mehr Effizienz ermöglichen. Dieser zweite Wunsch lässt sich kurz- und mittelfristig wohl nicht erfüllen. Das Beispiel der Landwirtschaft zeigt jedoch, dass dies machbar und sehr erfolgreich sein könnte.

Aufgrund seiner Verabschiedung aus dem Nationalrat wird auch de Bumans Position als STV-Präsident vakant. Wie geht es nun weiter? Die Suche nach der Nachfolge wurde bereits eingeleitet. Eine vom STV eingesetzte Findungskommission schaut sich nach geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten um. Der neue Präsident oder die neue Präsidentin wird im Rahmen der ausserordentlichen STV-Generalversammlung vom 27. März 2020 in Bern gewählt.