Der Blaue See von Arolla im Gebiet von Evolène vor felsigen Bergen

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeitsplattform für den Tourismus

Die Nachhaltigkeitsplattform stellt dem Tourismussektor gebündelt Wissen zum Bereich der nachhaltigen Entwicklung zur Verfügung und bietet Vernetzungsmöglichkeiten mit Unternehmen und Fachpersonen. Zu finden sind unter anderem Produkte, Dienstleistungen und Events rund um Nachhaltigkeit im Tourismus, nationale und internationale Publikationen sowie Beispiele praktisch gelebter Nachhaltigkeit. Das Ziel der Nachhaltigkeitsplattform ist es, Wissen zu Nachhaltigkeit im Tourismussektor zu teilen und Fachpersonen miteinander zu vernetzen, um einen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung des Schweizer Tourismus zu leisten.

Verständnis einer ganzheitlichen nachhaltigen Entwicklung

Für diese Plattform wird nachhaltige Tourismusentwicklung als Zusammenspiel von wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit, ökologischer Verantwortung und gesellschaftlicher Solidarität verstanden. Das Modell dient der Orientierung und ist keine Aussage, dass der Schweizer Tourismus diese Merkmale bereits vollständig erfüllt.

UN Tourism definiert internationale Leitlinien und Indikatoren für nachhaltige Entwicklung, basierend auf dem 3-Säulen-Modell (Ökonomie, Ökologie, Soziales). Die Hochschule Luzern (HSLU) hat diese Grundlagen für den Schweizer Kontext weiter präzisiert und in 25 klaren, praxisnahen Merkmalen zusammengefasst.

Orientierungsmodell für den Tourismus der Hochschule Luzern. © HSLU, 2012
Orientierungsmodell für den Tourismus der Hochschule Luzern. © HSLU, 2012

Die drei Nachhaltigkeitsdimensionen im Detail

  • Ökologie

    Nach dem Orientierungsmodell der Hochschule Luzern (2012) gehören zu einer nachhaltigen Tourismusentwicklung unter anderem folgende Merkmale:

    • zeichnet sich durch ein gutes Angebot an öffentlichem Verkehr für die Hin- und Rückreise zur Destination sowie in der Destination selber aus;

    • berücksichtigt den Schutz der Biodiversität;

    • hat ein operatives Konzept für seine Infrastruktur und Gebäude. Dadurch wird gewährleistet, dass Ressourcen, vor allem Wasser und Energie, effizient benützt werden und die unnötige Verschwendung von Ressourcen verhindert wird;

    • erfasst die Treibhausgasemissionen der An- und Rückreise, priorisiert deren Vermeidung und Reduktion und weist eine allfällige Finanzierung externer Klimaschutzprojekte getrennt als Klimaschutzbeitrag aus;

    • macht Gebrauch von erneuerbaren Energieressourcen;

    • ermutigt die Touristen zu einem längeren Aufenthalt in den Destinationen;

    • unterstützt die Pflege des Landschaftsbildes und der wertvollen Siedlungsstrukturen.

    • vermindert Abfall, hat ein angemessenes Abfallmanagement und eine funktionierende Abfallentsorgung;

  • Ökonomie

    Nach dem Orientierungsmodell der Hochschule Luzern (2012) gehören zu einer nachhaltigen Tourismusentwicklung unter anderem folgende Merkmale:

    • greift auf starke Kooperationen und Partnerschaften zurück, bei denen Synergien genutzt und gemeinsame Ziele verfolgt werden;

    • trägt langfristig zum Erhalt der regionalen Wertschöpfung bei;

    • benützt lokale Produkte und Dienstleistungen und zahlt faire Preise dafür;

    • sichert den langfristigen wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens;

    • leistet einen Beitrag zum Erhalt lokaler Arbeitsplätze und zur Schaffung neuer Arbeitsplätze in der Region;

    • leistet einen Beitrag zur Verminderung der Armut in der Destination;

    • hat eine wandlungsfähige und flexible Infrastruktur;

    • legt Wert auf einen ausgewogenen Gästemix;

  • Gesellschaft

    Nach dem Orientierungsmodell der Hochschule Luzern (2012) gehören zu einer nachhaltigen Tourismusentwicklung unter anderem folgende Merkmale:

    • setzt einen Schwerpunkt in der Pflege der lokalen Kultur und in der Aufrechterhaltung eines schönen Ortsbildes und seinem kulturellen Erbe;

    • fördert gleichwertige Einkommensverteilung in der lokalen Bevölkerung;

    • hat faire Arbeitsbedingungen betreffend Arbeitszeit, Gesundheit, Sicherheit und Weiterbildungsmöglichkeiten;

    • integriert die lokale Bevölkerung in die Entwicklung des Tourismus;

    • bietet einen Einblick in die lokale Kultur, die soziale und ökonomische Entwicklung sowie in die örtliche Gemeinschaft, und trägt zu deren Pflege bei;

    • kommuniziert transparent und glaubwürdig;

    • lebt Gastfreundschaft authentisch und herzlich;

    • berücksichtigt die spezifischen Gästebedürfnisse;

    • diskriminiert keine Angestellten oder Gäste aufgrund von Nationalität, Alter, Geschlecht, Religion, Behinderung und/oder politischer Überzeugung;

Die Basis einer nachhaltigen Tourismusentwicklung

Der Schweizer Tourismus orientiert sich an internationalen und nationalen Vorgaben zur nachhaltigen Entwicklung. Diese politischen Grundlagen bilden einen Orientierungsrahmen für den Schweizer Tourismus und das Kompetenzzentrum Nachhaltigkeit (KONA).

Nachhaltigkeit

Teil der Sustainable Tourism Community werden

Die Sustainable Tourism Community lädt Fachpersonen aus den Bereichen Nachhaltigkeit und Tourismus dazu ein, aktiv mitzudiskutieren. Möchten Sie ebenfalls Teil der Community werden? Zur Teilnahme geht’s hier:

Ana-Lena Kronig, Projektmitarbeiterin Nachhaltigkeit

Ihr Kontakt

Ana-Lena Kronig

Projektmanagerin Nachhaltigkeit

+41 31 307 47 45 ana-lena.kronig@stv-fst.ch

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